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Zürichsee-Schifffahrt bleibt die günstigste

Zuschlag Der Schiffsfünfliber auf dem Zürichsee wirft hohe Wellen. Ein Vergleich zeigt indes: Auch mit Zuschlag ist eine Fahrt im nationalen Vergleich günstiger als auf anderen Seen – besonders auf langen Strecken. Wer auf einem Zürichsee-Schiff mitfährt, der muss seit Dezember 2016 –zusätzlich zum normalen Ticket des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) – einen pauschalen Zuschlag von fünf Franken bezahlen. Die Zürcher Regierung erwartet, dass der ZVV so netto drei Millionen mehr einnimmt.

Seit über einem Jahr ebben die Wellen der Empörung rund um den Schiffsfünfliber aber nicht ab. Neun Vorstösse im Zürcher Kantonsrat gab es bereits. Letzte Woche lancierte ein von linker Seite dominiertes Komitee eine kantonale Volksinitiative gegen den Zuschlag auf den Schiffen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft.

Auch die Onlineforen der Medien quellen mit Kommentaren über. Gefühlt haben die Gegner des Zuschlags die Oberhand. Von «Schildbürgerstreich» ist etwa die Rede. Oder dass der Schiffsfünfliber «kleinlich und peinlich» sei.

Die Rache der GA-Besitzer

Doch wer den Zürichsee wegen des Schiffsfünflibers boykottiert, sollte mit Vorteil zuerst einen Blick auf die Tarife der anderen Schweizer Schifffahrtsgesellschaften werfen. Dann zeigt sich: Der Zürichsee bleibt auch mit ­Zuschlag der günstigste grosse See pro Schiffskilometer – bei langen Strecken sogar deutlich. Einzige Ausnahme: Die Generalabonnementsbesitzer fahren auf den anderen grossen Schweizer Seen besser. Nämlich ohne Zusatzkosten, während auf dem ­Zürichsee auch sie pro Fahrtag einen Fünfliber abliefern müssen. Sie sind laut Zürcher Regierung denn auch eine der Gruppen, die massgeblich zum Passagierrückgang von 30 Prozent seit Einführung des Schiffsfünflibers im ­Dezember 2016 beigetragen ­haben. Die Regierung war aufgrund des Preisaufschlags im ­ersten Jahr von einem Minus an Passagieren von maximal 26 Prozent ausgegangen.

Auch die Wirte an der Rapperswiler Seepromenade spüren laut eigenen Angaben den Effekt der ausbleibenden Rentner mit GA am stärksten – besonders an weniger schönen Tagen.

Segen des Tarifverbunds

Dass die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft – mit und ohne Zuschlag – weit günstiger ist als andere Schifffahrtsgesellschaften, liegt daran, dass sie als einzige Teil eines ÖV-Tarifverbunds ist. Im ZVV werden schlecht rentierende Linien sozusagen von profitablen quersubventioniert. Respektive die öffentliche Hand deckt das Gesamtdefizit des ZVV. Der Selbstdeckungsgrad der Schifffahrt lag laut ZVV bis Ende 2016 bei unter 40 Prozent, während er im Gesamt-ZVV im Schnitt rund 65 Prozent betrage. Die Schiffe machten jedes Jahr 12 Millionen Franken Verlust.

Entsprungen ist der Schiffsfünfliber dem Sparprogramm «Leistungsüberprüfung 16» der Zürcher Kantonsregierung. Erreicht wurde im ersten Jahr eine Entlastung um 2,4 Millionen Franken – trotz eines Passagierrückgangs von satten 30 Prozent wegen des Zuschlags. (pb)

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