Zucchero soll auf Grönemeyer folgen

TÜBACH. Können die noch laufenden Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, so wird der italienische Schmuserocker Zucchero an Pfingsten 2016 auf der Kellen auftreten. Als zweiter Act sind die Irish-Rocker Dropkick Murphys im Gespräch.

Rudolf Hirtl
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Zucchero gehört zu den grössten italienischen Musikstars überhaupt. (Bild: Keystone)

Zucchero gehört zu den grössten italienischen Musikstars überhaupt. (Bild: Keystone)

Der italienische Barde Zucchero hätte bereits dieses Jahr am Pfingstwochenende im Mai in die Fussstapfen von Herbert Grönemeyer treten sollen. Laut Konzertorganisator Adrian Osterwalder haben sich die Verhandlungen mit dem Management von Zucchero aber in die Länge gezogen, so dass es nicht mehr möglich war, den Vorverkauf für das Konzert auf der Kellen zu einem vernünftigen Zeitpunkt zu starten.

"Wir wollten den Vorverkauf noch vor Weihnachten beginnen, doch aufgrund der USA-Tour von Zucchero haben sich die Gespräche verzögert, und wir konnten den Auftritt in Tübach nicht konkretisieren", so Osterwalder, der nicht nur Grönemeyer auf die Kellen holte, sondern auch das St.Galler Military Tattoo organisiert und als Vizepräsident der Appowila Highlandgames aktiv ist.

Verhandlungen für 2016 laufen
Einen Hosenlupf wie bei Herbert Grönemeyer wolle er nicht mehr riskieren, so der umtriebige Event-Manager im Nebenberuf, der eigentlich Leiter des Sozialamtes Gaiserwald ist. Für das Konzert des deutschen Popbarden im März 2013 habe der Vorverkauf erst im November davor lanciert werden können, was eher knapp bemessen gewesen sei. Adrian Osterwalder betont, dass mit dem Zucchero-Management noch keine Verträge unterschrieben wurden. Es könne immer was dazwischen kommen. Etwa ein besseres Angebot. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es uns gelingt, ihn an Pfingsten 2016 nach Tübach zu holen."

Im Gegensatz zum Auftakt mit Herbert Grönemeyer soll dann Freitag und Sonntag je ein Konzert stattfinden. Neben Zucchero, dem Osterwalder das Potenzial attestiert, die 15'000-plätzige "Arena" in der regionalen Freizeit- und Sportanlage zu füllen, laufen auch Verhandlungen mit der irisch-amerikanischen Folk-Punk-Band Dropkick Murphys. Sie sind zweifellos die erste Wahl, wenn es um fröhliche Punkmusik geht. Ebenso wie Zucchero haben sie ein unglaublich vielfältiges Repertoire und werden in der Szene für ihre mitreissenden Live-Acts gefeiert. Und sollten alle Stricke reissen, so will Osterwalder für seine beiden favorisierten Acts zumindest gleichwertigen Ersatz besorgen.

Begeisterung ist spürbar
An der nötigen Unterstützung wird es Adrian Osterwalder nicht fehlen. "Bereits beim Grönemeyer-Konzert haben uns der Gemeinderat Tübach und die Verantwortlichen des Zweckverbandes Kellen mit allen möglichen Mitteln unterstützt", sagt er dankbar und freut sich auch über das spürbare Interesse aus der Bevölkerung. "Wir haben offensichtlich eine gewisse Erwartungshaltung ausgelöst", stellt er lachend fest. Er werde immer wieder gefragt, wann er denn ein weiteres Konzert auf die Beine stelle. "Wir bleiben dran, bereiten die Konzerte für Pfingsten 2016 nun in Ruhe vor und sind auch bestrebt, einen regelmässigen Turnus zu erreichen."

Dies wäre auch im Sinne von Tübachs Gemeindepräsident Michael Götte. "Der Gemeinderat findet es schade, dass die Konzerte dieses Jahr nicht möglich sind. Wir verstehen aber selbstverständlich auch, dass es nicht so einfach ist, einen für Tübach passenden Act auf die Beine zu stellen. Wir freuen uns nun auf 2016."

Zum Glück kam Kylie nicht

Dass Adrian Osterwalder im März 2013 für den deutschen Sänger einen Open-Air-Auftritt auf die Beine stellte, blieb im Musikgeschäft nicht unbemerkt. Dank des Grönemeyer-Konzerts wurde Osterwalder von Managements angefragt, in der Ostschweiz ein weiteres Grosskonzert zu organisieren. Mit Kylie Minogue und Paul McCartney wollten denn auch weitere Musikgrössen in die Ostschweiz kommen. "Für Minogue und McCartney hätten wir das Gespräch mit den Betreibern der AFG Arena in St.Gallen gesucht", sagte Osterwalder im Januar 2014 zum Tagblatt. Soweit sei es jedoch nicht gekommen, weil die Gagen vermutlich nicht hätten eingespielt werden können. Heute zeigt er sich froh darüber, dass ihm das Risiko zu gross war, etwa Kylie Minogue nach St.Gallen zu holen. Im vergangenen November habe die Pop-Queen nur 4500 Fans ins Zürcher Hallenstadion gelockt. "Dies hat doch deutlich gemacht, dass Kylie Minogue nicht mehr zieht. Zum Glück haben wir die Finger davon gelassen." (rtl)