«Zubis» Ticket nach Bern

Der SVP gelang es, aus dem Spesenskandal des SVAR politisches Kapital zu schlagen. Im vergangenen Herbst wurde David Zuberbühler, der junge Herisauer Kantonsrat und Mitinhaber eines Schuhgeschäfts, überraschend in den Nationalrat gewählt.

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Der SVP gelang es, aus dem Spesenskandal des SVAR politisches Kapital zu schlagen. Im vergangenen Herbst wurde David Zuberbühler, der junge Herisauer Kantonsrat und Mitinhaber eines Schuhgeschäfts, überraschend in den Nationalrat gewählt. Überraschend deshalb, weil es für die Ausserrhoder Vormachtspartei FDP eine historische Schlappe bedeutete. Erstmals hatte die FDP keinen Sitz mehr inne im Nationalrat. «Zubi» nannte er sich volksnah im Wahlkampf, in dem er allerdings nicht nur glänzte. Rhetorisch war er seinen Herausforderern von FDP und SP unterlegen. Doch seine hemdsärmelige Nonchalance, die man von ihm im Herisauer Einwohnerrat und im Kantonsrat gewohnt war, verschafften ihm Sympathiepunkte. Genauso entscheidend war jedoch sein Engagement für die Aufarbeitung der Spesenaffäre. Die Staatswirtschaftliche Kommission hatte zwar bereits Untersuchungen eingeleitet. Doch Zuberbühler war es, der den Fall verstärkt ins öffentliche Interesse rückte. Dem Kanton brachte es wenig ein – 60 000 Franken zahlte der Verwaltungsrat zurück: Aber «Zubi» profilierte sich im Kampf gegen «Abzockermentalitäten» und löste sich damit sein Ticket nach Bern. (hrt)