Zu viele schlecht bezahlte Textildesignerinnen

«Eine neue Talentschmiede für Designer», Ausgabe vom 1. Oktober

Hanna Beck
Drucken
Teilen

Ich muss mich bei der Lektüre dieses Artikels sehr wundern, ja masslos aufregen! Wie kommen Sie zu der Annahme, dass mehr Textildesigner/innen gebraucht werden? Kaum ein Beruf ist so überlaufen und dabei so schlecht bezahlt (denn die Nachfrage macht ja bekanntlich den Preis) wie jener der Textildesigner/in. Fragen Sie einmal die Firmen, die angeblich händeringend gut ausgebildete Designer/innen suchen, wie viele Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle kommen! Es mangelt wahrlich nicht an gut ausgebildeten, kreativen und arbeitswilligen Textildesigner/innen, und mir tun die armen Studenten jetzt schon leid, die im neuen Studiengang ausgebildet werden. Sicher finden sich genug Interessierte, die diesen wirklich wundervollen und spannenden sowie anspruchsvollen kreativen Beruf erlernen wollen, aber leider nach sechs Semestern merken werden, dass sie einen Abschluss haben, mit dem sie kaum fähig sein werden, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zudem finde ich nicht, dass es jungen, kreativen Menschen schadet, wenn sie St. Gallen verlassen müssen, um in Luzern, Basel, München, Zürich oder gar in Paris zu studieren! Der Blick über den Tellerrand tut der Kreativität keinen Abbruch, und wenn die Arbeitsplätze hier so attraktiv sind, kommen diese Talente gerne zurück, um die zahlreichen gut bezahlten Stellen anzutreten.

Im Newsletter des Textilverbands geht es meiner Meinung nach um Ausbildungsberufe im Bereich Weberei, Stickerei, Textildruck oder Strickerei, wo vor allem der Nachwuchs an technischen Fachkräften fehlt, und ganz bestimmt nicht um Designer.

Hanna Beck

Harfenbergstrasse 20, 9000 St. Gallen

Aktuelle Nachrichten