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Zu viele Pestizide im Thurgauer Grundwasser

Spritzmittel Wasser ist in aller Munde. Schweizer Trinkwasser sowieso. Doch Experten warnen. Die Pestizidwerte im Grundwasser, woraus unser Trinkwasser aufbereitet wird, steigen. Auch das Thurgauer Grundwasser weist Spuren von Pflanzenschutzmitteln auf, bestätigt das kantonale Amt für Umwelt – elf verschiedene Mittel wurden 2016 nachgewiesen. Ein Viertel der Proben sind mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Generell gilt: Im landwirtschaftlich intensiv genutzten Mittelland ist die Belastung im Grundwasser höher als beispielsweise im Hinterthurgau, wo Graswirtschaft dominiert.

Landwirte verwehren sich, Hauptschuldige zu sein

Die Schuldigen sind vermeintlich schnell gefunden: die Landwirte. Das findet SVP-Nationalrat und Landwirt Markus Hausammann nicht gerechtfertigt. «Wir spritzen nicht aus Vergnügen Pflanzenschutzmittel.» Doch nötig sei es trotzdem. Denn die Konsumenten und der Handel wünschen den perfekten Gala-Apfel. Eine gute Qualität, Frische, gutes Aussehen und eine lange Haltbarkeit; die Ansprüche an das Schweizer Obst und Gemüse sind hoch. «Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dient dem Bauern als Ertrags- und Qualitätssicherung», sagt Ueli Bleiker, Leiter des Landwirtschaftsamts. Doch die Landwirte seien an nachhaltigen Lösungen interessiert. «Die Branche ist sehr aktiv und sucht Alternativen zu herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln.» Hinzu kommt, dass der Einsatz der Mittel für den Landwirt auch ein finanzieller und arbeitstechnischer Aufwand ist. «Kein Landwirt setzt die Mittel grundlos ein», sagt Hausammann.

Ein Umdenken der Bauern sieht auch Toni Kappeler. Der Präsident von Pro Natura Thurgau fordert eine weitere Sensibilisierung. «Die Bauern sind Profis im Umgang mit Schutzmitteln. Schlimmer sind Hobbygärtner, die sich nicht an die Vorgaben halten.» Der Hauptverursacher der Problematik sei aber der Konsument. «Ich habe Verständnis für die Bauern und ihren Einsatz von Pestiziden», sagt Kappeler. Denn wenn nur der perfekte Gala-Apfel gekauft wird, fördert das den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. «Die Konsumenten stehen in der Pflicht, auf ihre ästhetischen Ansprüche, etwa beim Apfel, zu verzichten.» (sba)

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