Zu Tisch: Orientalisches Essen für die Seele im Restaurant Pärkli in St.Gallen

Chaouki Hamdar hat das Restaurant Pärkli in St.Gallen eine orientalische Oase verwandelt. Abends serviert er ein reichhaltiges libanesisches Buffet mit frischen Mezze. Das Geheimnis seiner Küche: Viele Zitronen und frische Kräuter.

Melissa Müller
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Das Wirtepaar Christine und Chaouki Hamdar im Restaurant Pärkli: Sie serviert, er kocht.

Das Wirtepaar Christine und Chaouki Hamdar im Restaurant Pärkli: Sie serviert, er kocht.

Nik Roth

Das St.Galler Restaurant Pärkli ist bekannt für sein libanesisches Buffet à Discrétion. Der Donnerstagabend steht im Zeichen der vegetarischen Küche. «Unsere Falafel sind die Besten der Stadt», sagt Christine Hamdar. «Sie werden vom Chef frisch zubereitet.» Eine kühne Behauptung? Wir sind gespannt.

Das gemütliche Lokal mit den grossen Schaufenstern liegt zentral neben dem Grabenpärklein mit dem Signerfassbrunnen.

Reservieren ist ein Muss: Das Restaurant ist bis auf den letzten Platz besetzt. Sprinterin Salomé Kora sitzt mit zwei jungen Frauen am Nachbarstisch unter dem Kronleuchter. Wegen Corona sind nur 24 statt 48 Gäste zugelassen.

Wir wählen eine Flasche libanesischen Wein, von französischen Önologen gekeltert, der fruchtig-leicht schmeckt (46 Franken).

Libanesisches Buffet für ein Geburtstagsfest. Etliche Speisen sind vegetarisch oder vegan.

Libanesisches Buffet für ein Geburtstagsfest. Etliche Speisen sind vegetarisch oder vegan.

Nik Roth

Joghurt mit Granatapfelkernen

Christine Hamdar bringt acht Schalen mit allerlei grilliertem Gemüse, gefüllten Weinblättern und Saucen an den Tisch. 28 Franken kostet der Spass pro Person, was gemessen an der reichhaltigen Auswahl günstig ist. Und die Qualität ist hoch.

Ein bunter Reigen: Wir kosten Kichererbsen an einer rassig-pikanten Tomatensauce, Humus, Boulgour-Salat mit feingehackter Petersilie, Bratkartoffeln mit Zitrone, Knoblauch und Koriander. Auch die Joghurtcrème mit Granatapfelkernen, gerösteten Cashewnüssen und Minze ist ein Gedicht. Die Falafel sind saftig im Kern, knusprig ummantelt - die Chefin hat nicht zu viel versprochen. Unsere Favoriten sind jedoch die Käseröllchen mit Oregano - eine Entdeckung.

Viele Speisen verströmen im Gaumen eine erfrischende Note. Er brauche viel Zitronensaft, verrät Küchenchef Chaouki Hamdar:

«Ich presse jeden Tag sieben bis acht Kilo Zitronen aus.»

Ebenso grosszügig würzt er mit frischen Kräutern wie Koriander, Pfefferminze, Bohnenkraut und Petersilie.

Aufgewachsen in der libanesischen Stadt Byblos, wanderte Hamdar der Liebe wegen in die Ostschweiz aus. Nur eine Mitarbeiterin hilft ihm abends beim Frittieren. Ganz allein bereitet der 58-Jährige 20 verschiedene Mezze zu. Ein enormer Aufwand. «Ich stehe von 9 bis 22 Uhr in der Küche. Ausser am Sonntag, der gehört meiner Familie», sagt der Rehetobler. Er achte auf eine ausgewogene Mischung der Aromen, von fruchtig, erfrischend bis leicht scharf.

«Das schönste Kompliment ist, wenn die Leute mit einem Lächeln aus dem Lokal spazieren.»

Die Gäste lassen sich verwöhnen wie Prinzen und Prinzessinnen aus 1001 Nacht, die Schalen leeren sich, die Bäuche sind voll. Das Gegenüber streicht sich genüsslich noch einen Klacks Baba Ganoush aufs Fladenbrot, das rauchige Auberginenpüree mit Knoblauchduft, und seufzt: «Wenn nur jeder Feierabend so schön wäre.»

Café Restaurant Pärkli

Adresse: Oberer Graben 12, 9000 St.Gallen, Telefon 071 222 58 33. hamdar@gmx.ch. www.paerkli.ch.

Öffnungszeiten: Mo bis Sa 7 bis 22 Uhr. Mo bis Fr Mittagsmenus ab 15 Franken (Schweizer und italienische Küche). 

Abends libanesische Küche. Buffet: Jeden Mittwoch, Donnerstag (vegetarisch), Freitag und Samstag ab 19 Uhr.