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«Netts Schützengarten»: Das Unkomplizierte ist hier Programm

14 «Gault-Millau»-Punkten zum Trotz will das «Netts Schützengarten» ein Volksrestaurant bleiben.

Rolf App
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Das Führungsteam im «Netts»: Oliver Nett, Inhaber, Natascha Schudel-Nett, Geschäftsführerin, Marion Riedel, Gastgeberin, Rafael Buschor, Küchenchef.

Das Führungsteam im «Netts»: Oliver Nett, Inhaber, Natascha Schudel-Nett, Geschäftsführerin, Marion Riedel, Gastgeberin, Rafael Buschor, Küchenchef.

Bild: Andri Vöhringer

Es ist einer dieser warmen Abende, an denen alle draussen sitzen. Im Garten von «Netts Schützengarten» herrscht reges Kommen und Gehen. Bis in den späten Abend hinein treffen Hungrige ein, eine bunt gemischte Gesellschaft, die ganz Unterschiedliches im Sinn hat. Von der Kinderfest-Bratwurst (zu 18.-) bis zum Entrecôte Café de Paris (49.-) reicht die Palette beim Fleisch, den Burger gibt es klassisch oder vegetarisch (27.-). Wie überhaupt das Vegetarische breiten Raum einnimmt. Dazu täglich wechselnd der Fisch- und der Künstlerteller (zu 48.-), schliesslich an einzelnen Wochentagen noch spezielle Gerichte – von frischen Moules über Kalbsleberli bis zum Cordon bleu. Und vom Herbst an dann wieder das abendliche Gourmetmenu.

«Wir wollen ein Volksrestaurant sein»

Wer hier Stammgast ist, kennt das, und Stammgäste hat «Netts Schützengarten» viele. Manchmal kehren sie auch nur auf ein Bier oder ein Glas Wein ein, das Unkomplizierte ist hier Programm, manchmal zum Erstaunen von Gästen, die wegen der 14 «Gault-Millau»-Punkte gekommen sind und einen eher steifen Rahmen erwartet haben. «Wir wollen ein Volksrestaurant sein», sagt Oliver Nett, der als Geschäftsführer das Werk seines Vaters Köbi fortsetzt, der vor genau zwanzig Jahren vom Restaurant Neubad in den Schützengarten gewechselt ist. Köbi Nett wirkt noch immer im Hintergrund mit, auch andere Familienmitglieder sind massgeblich beteiligt am Betrieb mit seinen 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zu dem auch ein grosser Saal gehört.

Angesichts der sommerlich-warmen Atmosphäre erfrischen wir uns zur Eröffnung mit Gazpacho, einer kräftigen kalten Tomatensuppe mit Crevettenstückchen (16.-). Und setzen dann zum einen auf einen Klassiker – die Rindsfiletspitzen «Stroganoff» mit Quarkspätzli (42.-), zum andern auf den Künstlerteller (48.-): Es ist diesmal ein fein tranchiertes, sehr zartes Entrecôte double, das mit Gnocchi auf einer Edelpilzvariation serviert wird. Nach diesem genussvollen Hauptgang schliessen wir den Abend, den der elegante Amarone La Quena della Valpolicella aus dem Veneto (10.- pro Deziliter) begleitet hat, mit Schoggimousse (11.-) und lauwarmem Apfelkuchen und einer erfrischenden Kugel Sauerrahmglace auf Früchtekompott (15.-) ab.

Netts Schützengarten

St.Jakobstrasse 35, 9000 St.Gallen, Tel. 071 242 66 77, www.netts.ch, Sonntag geschlossen, Vorspeisen ab 12.-, Hauptgänge 18.- bis 62.-, täglich wechselnder Künstler- und Fischteller (zu 48.-). (R.A.)

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