Kolumne
Zu Tisch: Bodenständig-gute Küche mit feinen Akzenten

Das Rössli in Bernhardzell lockt mit Dorfbeiz-Charme, bewährt-bodenstädiger Küche und feinen Akzenten.

Urs Bader
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Küchenchef Vincent Jambert und Wirtin Isabelle Zuber.

Küchenchef Vincent Jambert und Wirtin Isabelle Zuber.

Bild: Urs Bucher

Restaurants wie das Rössli in Bernhardzell gibt es leider immer weniger. Es ist eine Dorfbeiz im guten Sinn. Das Interieur ist rustikal-heimelig mit Eckbänken und Kachelofen. Ein Lokal zum Verweilen. Ein Stübli bietet sich für kleinere Gesellschaften und für Vereinssitzungen an. Hier wirten seit gut drei Jahren Isabelle Zuber und Vincent Jambert, erfahrene Wirtsleute, die unter anderem auch für einige Jahre das Restaurant Kurzeck oberhalb von St.Gallen geführt haben. Die Wirtin stammt aus dem Wallis, der Küchenchef aus dem Elsass, das ist nicht nur sprachlich interessant, sondern auch kulinarisch.

Das Preis-Genuss-Verhältnis stimmt

Was im «Rössli» auf den Tisch kommt, ist bewährt-bodenständig und gut, mit feinen Akzenten, das Preis-Genuss-Verhältnis ist hervorragend. Das gilt etwa für die zart-rosa Schweinefiletmedaillons an Calvadossauce mit feinen Apfelstücklein (34.-, mit Beilagen), die wir bei unserem Besuch bestellen, oder auch für den kräftigen Bernhardzeller Rindshamburger – vom Nachbarhof – an Pfefferrahmsauce (26.-, m. B.). Und die dünn geschnittenen und scharf angebratenen Pferdehuftschnitzel an Pfefferrahmsauce (34.-, m. B.) überzeugen in unserer kleinen Gesellschaft auch die Pferdefleisch-Skeptiker. Die Qual der Wahl: Gerne versucht hätten wir auch die Leberli vom Bernhardzeller Zwergzeburind nach Art des Chefs mit hausgemachten Pommes frites – auch diese sind ausgezeichnet – und Gemüse (34.-).

Als Weinbegleitung wählen wir einen Roten aus der Walliser Heimat der Wirtin, eine kraftvolle Assemblage aus Cornalin, Merlot und Diolinoir des kleinen, originellen Salgescher Weinbaubetriebs Indianär, beziehungsweise seit kurzem Wundärland. Zum Namen des Weins, «Bäääm III» (54.-), heisst es auf der Homepage des Betriebs, die aufzusuchen sich lohnt: «Där Namu steit vär dänu Momänt churz bivor das chläpft.»

Fleisch vom einheimischen Hof und Wald

Wenn möglich, kaufen Isabelle Zuber und Vincent Jambert lokal oder regional ein, beispielsweise Fleisch bei zwei einheimischen Höfen. Auch das Rehfleisch für die Wild-Wochen, die gestern angefangen haben, stammt aus Bernhardzeller Jagd. Auf der Karte lockt etwa ein Rehstroganoff an Apfelweinsauce mit Butterspäzli und Wildbeilagen (39.-) oder das viergängige Wildmenu (67.-). Nach dem Wild gibt es dann eine Metzgete und im Dezember/Januar kommen die Liebhaber der elsässischen Küche auf ihre Kosten.

Restaurant Rössli

Engi 936, 9304 Bernhardzell
Tel. 071 433 13 38
Öffnungszeiten: Mi-Fr 8.30 bis 23.30, Sa 10 bis 23, So 10 bis 21 Uhr. Nur Barzahlung und Twint.
Karte: Suppen/Salate ab 6.50, Hauptgerichte ab 20.-, Mittagsmenu ab 16.-, Wein ab 4.50/dl, 39.-/Flasche.