Zootiere freuen sich über Besucher, die Bergbahnen werden kaum genutzt, tanzen im Club geht auch mit Schutzmaske – wie das Lockerungswochenende in der Ostschweiz verlief

Am Samstag haben zahlreiche Freizeitbetriebe in der Ostschweiz wiedereröffnet. Sie zogen vor allem Stammgäste an – die Schutzkonzepte wurden eingehalten.

Meret Bannwart
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Die Nachtclubs öffneten ihre Tore wieder bis um Mitternacht, den Vorschriften des Bundes folgend. So auch das BBC in Gossau.

Die Nachtclubs öffneten ihre Tore wieder bis um Mitternacht, den Vorschriften des Bundes folgend. So auch das BBC in Gossau.

Bild: Benjamin Manser

Bergbahnen, Badis, Nachtclubs, Schiffsbetriebe und Zoos haben dank der Lockerungen vom 6.Juni wieder ihren Betrieb aufgenommen. Beim Säntispark in St.Gallen ist man zufrieden mit dem ersten Wochenende, wie Natalie Brägger, Mediensprecherin der Migros Ostschweiz, sagt:

«Wir hatten einen schönen Start. Am Samstag war der Ansturm im Bad nicht riesig, aber im Saunabereich waren wir bereits an der Kapazitätsgrenze.»
In den Bowlinganlagen im Säntispark ist wieder Leben eingekehrt.
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Abstand einhalten bleibt Gebot.
Billiardspielen mit besonderen Auflagen im Säntispark
Die Kellerbühne ist wieder offen.
Die Säntisbahn fährt wieder - wegen des Regenwetters noch mit wenigen Gästen.
Endlich wieder tanzen: Ein Paar geniesst die neue Freiheit im Dance Inn in Münchwilen.
Im BBC in Gossau können sich die Clubgänger wieder treffen.
Am Samstag hat der Plättli-Zoo in Frauenfeld nach dem Lockdown erstmals wieder geöffnet. Die Tiere freuen sich sehr über die Besucher und noch mehr über das Futter von ihnen. Mitarbeiter Christoph Wüst gibt dem Papagei Sämi eine halbierte Walnuss.
Nach ausgiebiger Renovation in der Höhe von 5 Millionen Franken und der Lockerung der Corona-Massnahmen des Bundes stach die MS St.Gallen am Samstag am Romanshorner Hafen wieder in See.
Am Samstag durften Museen nach der langen Coronavirus-Pause wieder öffnen, so auch das Ittinger Museum.
Die Ausstellung «Thurgauer Köpfe» ist eine Gemeinschaftsproduktion mehrerer kantonaler Museen. Hier ein Einblick in die Ausstellung im Ittinger Museum zum «Thurgauer Kopf» und Gutsherren Victor Fehr.
Die Ausstellung zum «Thurgauer Kopf» Eugénie, der letzten Kaiserin der Franzosen, im Napoleonmuseum auf dem Schloss Arenenberg in Salenstein.
Das Zimmer von Kaiserin Eugénie.

In den Bowlinganlagen im Säntispark ist wieder Leben eingekehrt.

Bild: Michel Canonica
Natalie Brägger

Natalie Brägger

Bild: PD

Auch beim Bowling sei man fast ausgebucht gewesen. Dies auch dadurch, dass nur jede zweite Bowlingbahn wegen der Schutzkonzepte benutzt werde.

Wie viele Besucher und Besucherinnen am Wochenende insgesamt vor Ort waren, sei schwierig zu sagen. Aber am Sonntag sei man im Bäder- und Saunabereich fast den ganzen Tag über in der Nähe der erlaubten Besucherzahl von 550 gewesen. «Es war erfreulich zu sehen, dass unsere Gäste Rücksicht aufeinander nahmen und die Schutzmassnahmen akzeptierten.» Vor allem die Stammgäste mit Jahreskarten konnten die Wiedereröffnung kaum erwarten. «Bereits eine halbe Stunde vor Türöffnung haben viele von ihnen vor dem Eingang gewartet», sagt Brägger.

Endlich wieder das Tanzbein schwingen

Die Nachtclubs öffneten ihre Tore wieder bis um Mitternacht, den Vorschriften des Bundes folgend. Marcel Stucki, Mitinhaber und Geschäftsführer des Dance Inn in Münchwilen, zieht eine positive Bilanz aus dem ersten Abend:

Marcel Stucki

Marcel Stucki

Bild: PD
«Die Gäste waren heiss darauf, wieder tanzen zu können. Die Stimmung war super, sie wurde auch durch das frühe Ende um Mitternacht nicht getrübt.»

Besonders für die Stammgäste sei die Öffnung eine Erlösung gewesen. Alle hätten sich an die Regeln gehalten und beim Eingang die Hände desinfiziert und sich in die Präsenzliste eingetragen. «Es gab für alle genug Platz, um zu tanzen», sagt Stucki. Normalerweise kämen die Gäste nicht alle zur gleichen Zeit.

Andrea Ruf.

Andrea Ruf.

Bild: PD

Am Samstag ist das Motorschiff St.Gallen, das Flaggschiff der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS), wieder ausgelaufen. Bedient wird zurzeit aber ausschliesslich das Schweizer Ufer, die Grenzen bleiben bis zum 15.Juni geschlossen. Die Schiffe dürfen nur halb ausgelastet sein. Für die MS St.Gallen bedeutet dies immerhin 325 Plätze. Gemäss Andrea Ruf, SBS-Geschäftsführerin, ist es schwierig, eine Aussage zur Auslastung machen. «Das hängt auch mit dem Wetter zusammen. Auf unsere Stammgäste können wir aber zählen», so Ruf.

Zootiere vermissten Besucher

Christoph Wüst

Christoph Wüst

Bild: Andrea Stalder

Auch im Plättli-Zoo in Frauenfeld ist auf die treuen Gäste Verlass. «Bereits zur Türöffnung um neun Uhr warteten jene mit einem Jahresabo auf Einlass», sagt Christoph Wüst, stellvertretender Zooleiter. Mitten in der Krise seien die Tiere eher ruhig und bedächtig unterwegs gewesen. Am Samstag hingegen bettelten Affen, Wildschweine und Kamele bei den Besuchern um Popcorn oder Erdnüsse. In menschliche Gefühle übertragen, glaubt Wüst, dass sich die Tiere über die Besucher freuen.

Einen ähnlichen Eindruck hat auch Thomas Harder, Leiter Marketing und Verkauf des Walter-Zoos in Gossau. Man habe den Tieren angemerkt, dass die Besucher fehlten. «Erst dachten wir, es sei ihnen egal. Aber dann merkten wir bei vielen Tieren, dass sie viel mehr auf die Pfleger achteten als sonst», sagt Harder gegenüber «FM1Today». Bei der Einhaltung des Abstandes der Besucher zwischen den Gehegen setze man auf Eigenverantwortung.

Wetterbedingt verhalten starteten die Bergbahnen in die Sommersaison. Nur wenige Besucher fuhren mit der Säntis-Schwebebahn auf den Ostschweizer Hausberg. Bei den Bergbahnen Wildhaus schwebten die Sessel meist leer dem Oberdorf zu, wenig los war auch bei den Toggenburg Bergbahnen.