Zivilschutz führt die Rückverfolgung der Coronavirus-Ansteckungen in Ausserrhoden durch +++ Besuche in Heimen und Spitälern mit Sicherheitsauflagen wieder möglich

Appenzell Ausserrhoden setzt bei der Lockerungen der Massnahmen auf Contact Tracing und ermöglicht Besuche in Spitälern und Heimen unter strikten Einschränkungen. Die Schulen setzen Schutz- und Betriebskonzepte um, damit der Unterricht an den obligatorischen Schulen wieder aufgenommen werden kann.

Astrid Zysset
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Zivilschützer werden im Kanton Appenzell Ausserrhoden das Contact Tracing organisieren.

Zivilschützer werden im Kanton Appenzell Ausserrhoden das Contact Tracing organisieren.

Patrick Luethy

Der Schritt in das alte Leben sei der kommende Montag noch nicht. Das betonte der Ausserrhoder Landammann und Bildungsdirektor Alfred Stricker am Donnerstag anlässlich der auf Youtube übertragenen Medienorientierung. Die vom Bundesrat veranlassten Lockerungen auf den 11. Mai umfassen unter anderem die Wiedereröffnung der Restaurants und die Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen. Dies allerdings unter strengen Auflagen. Stricker appellierte an die Kantonsbevölkerung, weiterhin Verantwortung zu übernehmen. Hygiene- und Distanzrichtlinien müssten strikt eingehalten werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Trotzdem: Es ist ein kleiner Schritt in Richtung Normalität, der nun folgen wird. Unter der Leitung des Amtes für Volksschule und Sport wurde in den vergangenen drei Wochen eine 18-seitige Broschüre verfasst. Sie soll alle Fragen beantworten, die rund um die Wiedereinführung des Präsenzunterrichts anfallen könnten. So finden sich darin beispielsweise Grundsätze, wie die Schulen vorzugehen haben, sollte einer der Lehrer zur Risikogruppe gehören. Der Bund hat die allgemeinen Richtlinien zur Wiedereröffnung der Schulen vorgegeben, die Ausgestaltung selbst jedoch den Kantonen überlassen. Diese föderalistisch geprägte, schrittweise Öffnung dürfe nicht schlecht geredet werden, enervierte sich Stricker. Sie sei Teil des Erfolgsmodells Schweiz. «Es entsteht kein Flickwerk, sondern ein sorgfältig ineinander gewobenes Netz, das eine hohe Stabilität aufweist.» Ob alle Unklarheiten mit der Broschüre beseitigt werden, weiss der Landammann nicht. Aber er zeigte sich zuversichtlich.

Ohnehin zieht er für den Bereich Bildung seit der Einführung des Lockdown Mitte März ein positives Fazit: «Ich bin enorm beeindruckt, wie sich Eltern und Lehrpersonen zusammengefunden haben, um das Beste für ihre Schützlinge herauszuholen.» Schulen, Eltern wie auch Lehrpersonen seien beim Fernunterricht näher zusammengerückt, ist sich der Landammann sicher. Und noch eine positive Meldung gibt es aus dem Bildungsbereich: Per Ende April waren 20 Lehrstellen mehr für den August vergeben gewesen als noch das Jahr zuvor. Eine Erklärung hierfür habe er allerdings nicht, so Stricker.

Besuche im Altersheim wieder möglich

Ab kommendem Montag wird auch das Besuchsverbot in den Spitälern wie auch Alters- und Pflegeheimen aufgehoben. Die Gesundheitsdirektorenkonferenz Ostschweiz hat sich auf ein Vorgehen geeinigt, welches das Aufsuchen von Angehörigen in solchen Institutionen wieder ermöglicht. Kantonsärztin Franziska Kluschke sprach an der Medienkonferenz davon, dass die Besuche in Zelten oder Besucherboxen stattfinden müssen. In den Zimmern oder Gemeinschaftsräumen seien diese nicht möglich. Das Risiko der Ansteckung wäre zu gross. «Die Wahrung der Distanz müssen wir ebenfalls noch aufrechterhalten – die Rückkehr zur sozialen Nähe ist derzeit nicht gestattet», so die Kantonsärztin. «Die Angehörigen in den Arm zu nehmen oder gar zu küssen, birgt ein zu grosses Ansteckungsrisiko.» Neu wird auch wieder die Ansteckungskette zurückverfolgt. Gibt es eine neue Coronainfektion, werden diejenigen Personen ausfindig gemacht, mit welchen die oder der Infizierte kürzlich in Kontakt stand. Diese werden untersucht. Sollten sie sich mit dem Virus angesteckt haben, werden Quarantänemassnahmen veranlasst.

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