Zipline-Park und Märliwelt offiziell eröffnet: Die neuen Attraktionen am Fuss des Kronbergs kommen bei den Besuchern gut an

Am Mittwoch wurde der neue Zipline-Park sowie die Märliwelt am Fuss des Kronbergs offiziell eröffnet. Für die beiden Attraktionen investierte das Unternehmen rund 2,5 Millionen Franken.

Claudio Weder und Smilla Bühler
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Der neue Zipline-Park am Kronberg bietet fünf Routen von leicht bis anspruchsvoll.

Der neue Zipline-Park am Kronberg bietet fünf Routen von leicht bis anspruchsvoll.

Bild: Tobias Garcia

Am Fuss des Kronbergs wurde in den vergangenen Monaten hart geschuftet. Entstanden ist dabei die neue «Erlebniswelt im Tal», bestehend aus dem Zipline-Park und der Märliwelt. Beide Attraktionen sind seit zwei Wochen geöffnet, am Mittwoch wurden sie im Beisein von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Tourismus offiziell eingeweiht. Wegen Corona fand das Fest im kleinen Rahmen statt – auf die Segnung durch Pater Markus mussten die Anwesenden aber nicht verzichten. Auch Felix Merz, der neue Geschäftsführer, wurde gebührend begrüsst.

Thomas Bischofberger, Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG, sprühte vor Stolz, als er die Feier eröffnete. Gebaut wurden die neuen Attraktionen während des Lockdowns.

«Ein solches Projekt in so kurzer Zeit umzusetzen, war eine grosse Herausforderung.»

Es habe Mut gebraucht, in dieser speziellen Zeit so viel in ein solches Projekt zu investieren. «Wir sind letztlich aber froh, dass wir den Investitionsentscheid gefällt haben», sagte Bischofberger. «Bis anhin durften wir schon viele positive Reaktionen entgegennehmen und freuen uns, dass die Attraktionen bei allen Generationen auf Anklang stossen.» Das Unternehmen investierte in dieses Projekt 2,5 Millionen Franken.

Der neue Zipline-Park in Jakobsbad wurde am Mittwoch offiziell eingeweiht.
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Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020
Kronberg Einweihung Ziplinepark Felix Merz 2020

Der neue Zipline-Park in Jakobsbad wurde am Mittwoch offiziell eingeweiht.

Tobias Garcia

Aus der Krise eine Chance gemacht

Der Innerrhoder Säckelmeister Ruedi Eberle sprach von einem «weiteren Meilenstein», der zur Attraktivitätssteigerung des Appenzellerlandes beitrage. Mit der neuen Erlebniswelt habe das Unternehmen zum wiederholten Mal bewiesen, wie man aus einer Krise eine Chance machen kann. Im Herbst 2018 wurde der Seilpark am Fusse des Kronbergs durch den Sturm «Vaia» zerstört. Gemäss Thomas Bischofberger wollte man den damaligen Seilpark aber nicht einfach ersetzen, sondern einen Schritt weitergehen.

Entstanden ist dabei ein schweizweit einzigartiges Konzept, welches luftige Höhen, Zipline-Strecken und Kletterstellen vereint. Der Park bietet fünf Routen von leicht bis anspruchsvoll über eine Länge von total 1,6 Kilometern. Der längste freie Zipline-Flug beträgt 107 Meter, die Höhe über Boden beträgt zwischen 4 und 11 Metern. Begehbar sind die leichten Routen bereits ab sechs Jahren und einer Körpergrösse von 1,10 Metern.

Märliwelt mit neun Erlebnisstationen

Die Märliwelt ist vor allem etwas für die kleinen Gäste. Erzählt wird die Geschichte von der Kräuterfee Arnika und dem Himmelsprinzen Jacobi. Diese beiden Figuren führen die Besucherinnen und Besucher durch neun Erlebnisstationen, bei denen es Rätsel zu lösen gibt und die Wissenswertes über Pflanzen und Tiere vermitteln. Die Märliwelt soll alle Sinne ansprechen. So gibt es bei den neun Stationen nicht nur Interessantes zu lesen und zu hören. «Man kann auch selber Sachen ausprobieren», so Josef Rusch, Gesamtverantwortlicher für das Projekt. Zentrum des riesigen Spielplatzes bildet die 12 Meter hohe Kletterkrone mit verschiedenen Kletterelementen. Ebenso gibt es Trampoline, ein grosser Sandhaufen, ein Balancier-Parcours sowie eine Wasserwelt mit Floss, Wasserspielen und Feenteich.

«Dem Sicherheitskonzept haben wir oberste Priorität gegeben», sagt Josef Rusch. Zusammen mit dem Bundesamt für Unfallverhütung wurde jedes einzelne Spielgerät sorgfältig überprüft und zugunsten der Sicherheit optimiert. Die Märliwelt ist allerdings noch nicht ganz fertig. «Es werden noch weitere Pflanzen und Beschattungen folgen», so Rusch. Der Besuch der neuen Märliwelt ist täglich ohne Voranmeldung möglich. Tickets sind an der Kasse an der Talstation erhältlich.

Hier klettern auch die Ängstlichen – ein Erfahrungsbericht

Die Karabiner gleiten in luftiger Höhe über die Seile. Das Surren ist bereits bei der Einführung gut zu hören. Am Boden zwängt sich neben zwei deutschen Touristen eine Gruppe Schüler in die Klettergurte und gemeinsam lauschen sie den Instruktionen des Personals. Der neue Zipline-Park am Fusse des Kronbergs ist am Mittwochmorgen gut besucht und scheint Gross und Klein zu begeistern. Der Park verbindet Klettern mit rasanten Luftfahrten, auf 55 Kletterelemente folgen 25 Ziplines. Die fünf Routen verlaufen in alle Himmelsrichtungen und unterscheiden sich im Schwierigkeitsgrad. Josef Rusch erklärt: «Wir haben uns bei den Farben der Skipisten orientiert. Blau ist leichter als rot und die schwarze Route fordert am meisten heraus.»

Am Startpunkt der grünen und leichtesten Strecke klammern sich zwei Mädchen ängstlich aneinander. Ein Angestellter spricht ihnen vom Boden aus Mut zu. «Jetzt bloss nicht runter schauen, einfach den Blick nach vorne richten und einen Fuss vor den anderen setzen», heisst es da. Leichter gesagt, als getan, besonders in einer Höhe von bis zu elf Metern. Geschäftsführer Felix Merz sagt: «Ich habe selbst Höhenangst, habe mich aber schliesslich trotzdem in den Park gewagt. Das Ziplinen macht wirklich Spass.»

Und siehe da: Auch die Angsthasen scheinen das bemerkt zu haben. Die Kletterpartien sorgen für aufgestellte Nackenhaare, das «Fliegen» über das Gelände macht aber auch eventuelle Schweissausbrüche wett. Sicherheit hat im Park oberste Priorität und die doppelten Karabiner überzeugen auch den besorgtesten Besucher. Die Ziplines punkten vor allem mit dem Tempo. Beim Flug zur nächsten Plattform zieht die Welt rasant vorbei und ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit durchströmt den Körper. Zurück am Boden wandert der Blick bereits wieder verzückt zu den anderen Kletternden, die durch die Luft sausen. (smb)

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