ZINSSENKUNG: Mieterverband ruft mit Flyern dazu auf, Mietsenkungen zu fordern

Nach dem Referenzzinssatz sollen auch in der Ostschweiz die Mieten sinken. Um die Mieterinnen und Mieter zu unterstützen, startet der Ostschweizer Mieterverband nächste Woche eine Flyer-Aktion.

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Der Referenzzinssatz wurde auf rekordtiefe 1,5 Prozent gesenkt. Der Mieterverband informiert die Mieter nun, wie sie einen tieferen Mietzins fordern können. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

Der Referenzzinssatz wurde auf rekordtiefe 1,5 Prozent gesenkt. Der Mieterverband informiert die Mieter nun, wie sie einen tieferen Mietzins fordern können. (Bild: CHRISTIAN BEUTLER (KEYSTONE))

«Wir hoffen, dass die Mietenden in der Ostschweiz nach der Reduktion des Referenzzinssatzes auf 1,5 Prozent den Mut haben, ihren Anspruch auf Senkung des Mietzinses beim Vermieter einzufordern», sagte Hugo Wehrli, Geschäftsführer des Mieterinnen und Mieterverbands (MV) Ostschweiz auf Anfrage. Um sie zu unterstützen, lässt der MV Ostschweiz nächste Woche in rund 90'000 Haushalte Flyer verteilen.

In der Broschüre wird erklärt, wie man mittels eines Mietzinsrechners im Internet berechnen kann, um wieviel der Mietzins durch die Senkung des Referenzzinssatzes sinken sollte. Bis Mitte Monat sollten die Mieter abwarten, ob der Vermieter die Senkung von sich aus weitergibt. «Tut er dies nicht, sollten die Betroffenen spätestens am 23. Juni einen eingeschrieben Brief mit dem entsprechenden Senkungsbegehren abschicken», empfiehlt Wehrli.

Ab Herbst profitieren

Trifft das Herabsetzungsbegehren rechtzeitig beim Vermieter ein, wird eine Senkung auf den nächsten Kündigungstermin hin fällig. Die Mehrheit der Mieterinnen und Mieter in der Ostschweiz kann also ab dem 1. Oktober von tieferen Mietkosten profitieren.

Aufpassen müssten jedoch Mieterinnen und Mieter im Thurgau, deren Mietverträge nur auf Ende eines Quartals (März, Juni, September) gekündigt werden können, sagte Wehrli. Verpassen sie die Frist, würde eine Reduktion erst ab dem 1. April 2018 wirksam.

Falls sich der Vermieter quer stellt und es zu einem Verfahren vor der Mieterschlichtungsstelle oder gar vor Gericht kommt, ist massgebend, zu welchem Zeitpunkt das Senkungsbegehren abgeschickt wurde. Weil der Mieter beweisen müsse, dass er dem Vermieter ein entsprechendes Begehren geschickt habe, sollte die Forderung immer mit einem eingeschriebenen Brief erfolgen, sagte der Fachmann. (sda)