Zentralrat will Urteil gegen Kopftuchverbot

Der Islamische Zentralrat will Kopftuchverbote an St. Galler Schulen juristisch aushebeln. Die radikal-islamische Organisation kündigt an, einen Fall, in dem sich eine Familie gegen ein Kopftuchverbot wehrt, bis vor Bundesgericht zu ziehen.

Drucken
Teilen

Gegen die kantonale Verbotsempfehlung an sich könne der Islamische Zentralrat (IZRS) wenig unternehmen, sagt Vorstandsmitglied Qaasim Illi auf Anfrage. Die Organisation sei aber in ein Rechtsverfahren involviert, das eine moslemische Familie wegen des Kopftuchverbots an einer Schule im Kanton St. Gallen führe. «Wir ziehen den Fall bis vor Bundesgericht», sagt Illi. Der Zentralrat hofft auf einen Entscheid gegen das Verbot – und somit auf einen Präzedenzfall.

Aktiv im «Heerbrugger Fall»

Welche Schule das neue Verfahren betrifft, ist nicht bekannt. Es handelt sich um den zweiten St. Galler Fall innert kürzester Zeit, in dem der IZRS laut eigenen Angaben aktiv wird. «In Heerbrugg hat sich bereits eine Familie gegen das Kopftuchverbot an der dortigen Oberstufe gewehrt. Wir haben sie kontaktiert – doch schliesslich zog die Familie vor Abschluss des Verfahrens weg», sagt Illi.

Die Mutter des Mädchens wehrte sich nach dem Umzug vehement gegen Medienberichte, wonach sie etwas mit dem IZRS zu tun habe.

Radikale Forderungen

Der IZRS, gegründet im vergangenen Jahr und geführt von Schweizer Konvertiten, wurde für seine radikalen Positionen wiederholt kritisiert. Nicht zuletzt die etablierten moslemischen Organisationen wehren sich gegen Forderungen des Rats wie die Einführung von islamischen Schulen in der Schweiz.

«Der IZRS ist ein Risiko für die Schweiz», sagte Hisham Maizar, Präsident der Schweizer Föderation moslemischer Dachorganisationen. (av)

Aktuelle Nachrichten