«Zeitdruck wird künstlich gefördert»

Im Kanton Thurgau wollen verschiedene Anbieter den Glasfaserausbau vorantreiben. Roland Kuttruff, Präsident des Thurgauer Gemeindeverbandes, will sich jedoch nicht drängen lassen.

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Frauenfeld. Die Thurgauer Gemeinden werden von verschiedenen Unternehmen umworben, die den Glasfasernetz-Ausbau forcieren wollen. Das Elektrizitätswerk Thurgau (EKT) hat alle Gemeinden angeschrieben und diese dringend gebeten, mit niemandem einen Vertrag abzuschliessen. Roland Kuttruff, Präsident des Thurgauer Gemeindeverbandes (VTG), teilt diese Ansicht. «Das EKT als einer der möglichen Anbieter darf aber nicht erwarten, dass man sich ausgerechnet nach ihm richten wird. Ob das EKT die einzig richtige Lösung hat, wird sich erst noch zeigen müssen.»

Laut Kuttruff beschäftigt sich der VTG zurzeit zwar mit dem Thema Glasfaserausbau, «der Zeitdruck wird aber von den Anbietern künstlich und bewusst gefördert». Aufträge für einen Glasfaserausbau müssten gut überlegt sein. «Die Investitionen sind hoch, und ein Fehlentscheid, wenn auch nur teilweise, kostet sehr viel Geld und ist nur schwer rückgängig zu machen. Das beste Netz wird nicht viel nützen, wenn infolge Zeitdrucks die spätere Nutzung zu teuer wird oder nicht optimal ist.»

Der VTG-Präsident sieht ausserdem nicht in erster Linie die Gemeinden als Investoren: «Diese sollen die Netzerstellung in ihrem Gemeindegebiet koordinieren und steuernd einwirken.» (mso)