Serie

«Zeit zu schenken, ist das Schönste» – die OhO-Beiräte engagieren sich mit Herzblut für die Weihnachtsaktion

Das Engagement für OhO macht den Beiräten bewusst, wie viele hilfsbedürftige Menschen es in der Region gibt. Was ist ihnen wichtig, wer sind sie? Wir stellen sie vor – Folge 4.

Desirée Müller
Hören
Drucken
Teilen
Die Oho-Beiräte.

Die Oho-Beiräte.

(Bild: Lisa Jenny)

«Meine persönliche Motivation begründet sich in der Überzeugung und Erkenntnis, dass es Vereine wie OhO braucht: Armut und finanzielle Not­lagen sind in der Ostschweiz keine Seltenheit», sagt Nadine Knecht, Vizepräsidentin des OhO-Beirates. Die zweifache Mutter aus Teufen hat eine wichtige Aufgabe innerhalb der Weihnachtsaktion. Knecht ist als Leiterin des Regionalen Marketings des «St.Galler Tagblatts» das verbindende Glied zum Beirat. «Das ‹Tagblatt› und seine Regionalausgaben tragen heute noch den grössten Teil der finanziellen und administrativen Kosten und sind für die Geschäftsführung des Vereins verantwortlich», erklärt sie.

Geschichten, die bleiben

Nadine Knecht

Nadine Knecht

Knecht erzählt, dass Betroffene ihre Situation oft aus Scham und Angst vor Diskriminierung verstecken. Die Gefahr der Ausgrenzung und der Vereinsamung sei gross. Seit sie für OhO im Einsatz steht, ist sie genügsamer und demütiger geworden. «Mir ist bewusster, mit welchem knappen Budget viele Menschen ihr Leben in einer wohlhabenden Gesellschaft bewältigen müssen.» Es gebe immer wieder Geschichten, die sie noch lange begleiten. Wie diese, wo eine Familie infolge einer schweren Erkrankung des Vaters, innert kurzer Zeit an das Existenzminimum getrieben wurde. Der älteste Sohn, damals ein Kantonsschüler, musste von einem Tag auf den anderen die ganze Familie zusammenhalten und managen. Ein enormer emotionaler und finanzieller Druck. «Die emotionale Belastung konnte OhO nicht lindern, aber wir konnten der Familie dank eines speziellen Fahrzeugs ein Stück Mobilität zurückgeben.»

Menschlichkeit oder Fürsorglichkeit

Susanne Dschulnigg

Susanne Dschulnigg

Susanne Dschulnigg ist seit November 2018 für OhO im Einsatz. «Ich bin Rentnerin mit viel Power, die sich nach wie vor gerne gesellschaftspolitisch engagiert», erzählt die Kreuzlingerin. Zwischen November und Ende Dezember schenkt sie OhO mindestens zehn Stunden die Woche, um Anträge zu bearbeiten. Doch bei der ehemaligen Kirchenpräsidentin werden Werte wie Menschlichkeit oder Fürsorglichkeit während des ganzen Jahres gelebt. Vor allem Antragssteller, die sich eine neue, erfolgreichere Zukunft erarbeiten wollen, und dafür einen finanziellen Zustupf benötigen, gehen ihr ans Herz.

Erfahrung ist wertvoll

Andreas Zeller

Andreas Zeller

Haushälterisch mit fremden Geld umzugehen, ohne dabei die Notlagen der sozial Benachteiligten der Gesellschaft zu vergessen – das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, der sich Beirat Andreas Zeller aus Flawil bereits seit fünf Jahren stellt. Er ist Vater zweier Adoptivkinder aus Brasilien und bringt die wertvolle Erfahrung aus seiner Zeit in der Finanzkommission des Nationalrates sowie als Leiter einer Sozialversicherungsanstalt mit in den Beirat. «Das Engagement als Beirat ist ebenso anspruchsvoll wie interessant und befriedigend.» Es sei eine Aufgabe mit drei Gewinnern zugleich: «Die finanzielle Notlage eines Beschenkten wird gelindert, der Spender weiss, dass sein Geld optimal eingesetzt wird und der Beirat freut sich über die Zufriedenheit der Beteiligten.» Zeller spricht von Schicksalen, für die es trotz gut ausgebauter sozialer Auffangnetze keine finanzielle Unterstützung in der Schweiz gibt. «Bei solchen Fällen können wir manchmal mit OhO helfen.» Die eindrücklichsten Gesuche sind für Zeller jene, in denen eine Person zunächst alles versucht hat, eine finanzielle Notlage eigenverantwortlich selbst zu meistern – letztlich aber trotzdem auf Unterstützung angewiesen ist.

Direkt an die Betroffenen

Rolf Deubelbeiss aus Rorschach ist pensionierter Seklehrer und setzt sich mit seinen 73 Jahren seit über zehn Jahren für OhO ein. «Am besten gefällt mir an der Weihnachtsaktion, dass die Spendengelder direkt an die Bedürftigen weitergeben werden. Das genau ist doch der Sinn und Zweck einer Spendenaktion, oder?»

Spenden an St.Galler Kantonalbank IBAN: CH16 0078 1600 1582 4200 0

Unsere OhO-Beiräte

Sie sind die «Wunscherfüller» der Weihnachtsaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern». Wir stellen die sechzehn Beiräte vor, die dafür sorgen, dass mit den Spendengeldern Menschen in der Region ein dringlicher Wunsch erfüllt werden kann. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, welche die Beiräte fordert und gleichermassen mit viel Freude erfüllt. Sie erzählen, was sie berührt und warum sie der Spendenaktion gerne ihre Zeit schenken.