Zeit für Abschuss von Jungwölfen wird knapp

ST. GALLEN. Noch drei Wochen bleiben den Wildhütern der Kantone St. Gallen und Graubünden, um zwei Jungwölfe des Calandarudels zu erlegen: Die Abschussbewilligung läuft am 31. März aus. Bisher ist kein Abschuss gelungen, wie das «Regionaljournal» von SRF meldet.

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ST. GALLEN. Noch drei Wochen bleiben den Wildhütern der Kantone St. Gallen und Graubünden, um zwei Jungwölfe des Calandarudels zu erlegen: Die Abschussbewilligung läuft am 31. März aus. Bisher ist kein Abschuss gelungen, wie das «Regionaljournal» von SRF meldet. Die Bewilligung ist an mehrere Vorgaben geknüpft. So sind Abschüsse nur von 6 bis 22 Uhr erlaubt, und nur dann, wenn sich Wölfe in einer Gruppe in Siedlungsnähe befinden. Dadurch sollen sie mehr Scheu vor Menschen und ihren Siedlungen entwickeln.

«Winter ist noch nicht zu Ende»

Doch seit einiger Zeit bleiben die Wölfe den Dörfern fern. Fast scheint es, als hätten sie die Gefahr gerochen. Dominik Thiel, Leiter des St. Galler Amts für Natur, Jagd und Fischerei, winkt ab: Wo sich die Wölfe aufhalten, hänge von ihren Beutetieren ab. «Da es wenig Schnee hat, sind die Hirsche eher in höheren Lagen unterwegs.» Dies bestätigt auch Georg Brosi, Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden. Wie im vorangehenden Winter befindet sich das Rudel auf der Bündner Seite des Calanda. Laut Brosi ist es in den vergangenen Monaten zu deutlich weniger Fällen von «problematischem Wolfsverhalten» gekommen als im Vorjahr. «Der Winter ist allerdings noch nicht zu Ende.» Auch habe es noch keine Situation gegeben, in der ein Abschuss gemäss Vorschriften möglich gewesen wäre.

Neuer Antrag auf Abschüsse?

Auf St. Galler Seite streift derzeit nur ein einzelner Wolf durch das Taminatal – ebenfalls abseits der Dörfer. Doch auch Thiel sagt: «Die Situation kann sich jederzeit ändern.» Etwa, wenn es heftig schneit oder das Rudel seine Jagdstrategie ändert: «Wenn die Wölfe eine Weile im selben Gebiet gejagt haben, weichen die Hirsche aus und es wird für die Raubtiere schwieriger, Beute zu machen. Dann kann es sein, dass sie ein neues Jagdgebiet suchen.»

Was passiert, wenn die Abschussbewilligung ungenutzt abläuft? «Dann müssen wir die Situation neu beurteilen», sagt Thiel. Eine Option sei, für den kommenden Winter wiederum Abschüsse zu beantragen. «Eine zwingende Voraussetzung wäre, dass sich das Rudel in diesem Jahr erneut fortpflanzt und wir dies nachweisen können.» (av)