Zehn Prozent mehr Unfälle wegen Alkohol und Drogen

Am Halloween-Wochenende gab es für die St.Galler Kantonspolizei nicht nur Arbeit wegen Süssem oder Saurem, sondern vor allem wegen vieler Blaufahrer. 15 Personen musste die Polizei wegen zu hoher Promillewerte oder Drogen am Steuer anhalten und aus dem Verkehr ziehen. Trotz Verschärfung der Promillegrenze werden immer noch über zehn Prozent der Unfälle von fahrunfähigen Lenkern verursacht.

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Seit dem Jahr 2005 gilt in der Schweiz der gesetzliche Grenzwert von 0,5 Promille Blutalkoholgehalt. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

Seit dem Jahr 2005 gilt in der Schweiz der gesetzliche Grenzwert von 0,5 Promille Blutalkoholgehalt. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

An den vergangenen beiden Wochenenden hat die St.Galler Kantonspolizei 35 Personen aus dem Verkehr gezogen, die unter Einfluss von Rauschmitteln unterwegs waren. "Vor allem Fahren unter Drogeneinfluss hat stark zugenommen", sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Im Vergleich zu den ersten zehn Monaten im Jahr 2014 sei 2015 eine Zunahme von 25 Prozent festzustellen.

Für illegale Drogen gilt die Nulltoleranz, und das Fahren unter Medikamenteneinfluss ist dann strafbar, wenn das Medikament negative Wirkungen auf die Fahrfähigkeit hat. Dies sei aber schwer nachzuweisen, sagt Krüsi. So hat die Polizei am Samstag, 31. Oktober etwa in Flums einen 24-Jährigen unter Drogeneinfluss angehalten. In Abtwil war es am selben Tag ein 32-Jähriger. Am frühen morgen des 1. Novembers hielten die Beamten in Gommiswald ein 19-Jähriger an, gegen ein 27-jähriger Mann in Buchs, ebenso ein 19-Jähriger in Trübbach.

Laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei, hatten die Personen Marihuana, Kokain oder Amphetamine konsumiert.

Mit 2,5 Promille ans Steuer gesetzt
Zehn Autofahrer mussten am vergangenen Wochenende ihren Fahrausweis abgeben, weil sie alkoholisiert unterwegs waren. Ein 55-jährige Autofahrer wurde in Oberriet mit 2,5 Promille Alkohol im Blut erwischt. "Der Mann hat sich mit einem schweren Rausch ans Steuer gesetzt", sagte Krüsi. Alle 15 Männer mussten zudem im Spital eine Blutprobe abgeben, sowie deren Führerschein. Fahrausweisentzüge wegen Alkohol gingen insgesamt leicht zurück.

Seit dem Jahr 2005 gilt in der Schweiz der gesetzliche Grenzwert von 0,5 Promille Blutalkoholgehalt. Die Zahl schwerer Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss ging laut einer Evaluation des Bundesamtes für Statistik (BFS) seit der Senkung von 0,8 auf 0,5 zurück.

Vor der Verschärfung des Strassenverkehrsgesetzes 2005 ereigneten sich auf Schweizer Strassen pro Jahr rund 630 Unfälle mit Schwerverletzten, bei denen Alkohol im Spiel war, sowie 80 Unfälle mit Toten. In den letzten Jahren hat sich die Zahl bei 500 respektive 50 Unfällen eingependelt.

Bei 325 Unfällen waren Drogen im Spiel
Im Kanton St.Gallen ereigneten sich im vergangenen Jahr 2746 Unfälle. Bei 325 Unfallbeteiligten war Alkohol im Spiel. 2014 waren über zehn Prozent der Unfälle auf fahrunfähige Fahrzeuglenker zurückzuführen. Dabei wurden 150 Personen verletzt.

Die Polizei blickt bereits auf die vorweihnachtliche Zeit voraus. Damit es zu keinen Enttäuschungen kommt, macht sie darauf aufmerksam, dass sich Autofahrer nur nüchtern hinters Steuer setzen sollen. "Bilden sie Fahrgemeinschaften, organisieren sie Abholdienste oder leisten sie sich ein Taxi", heisst es in der Mitteilung. (sda/lex)