Zahnarzt darf seinen Beruf weiterhin ausüben

Einem Zahnarzt aus dem Kanton St. Gallen ist gestützt auf einen mangelhaften Arztbericht die Bewilligung zur Berufsausübung entzogen worden. Das Bundesgericht hat das Urteil des kantonalen Verwaltungsgerichts deshalb aufgehoben und an dieses zurückgewiesen.

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Einem Zahnarzt aus dem Kanton St. Gallen ist gestützt auf einen mangelhaften Arztbericht die Bewilligung zur Berufsausübung entzogen worden. Das Bundesgericht hat das Urteil des kantonalen Verwaltungsgerichts deshalb aufgehoben und an dieses zurückgewiesen. Die Lausanner Richter verwenden im gestern publizierten Urteil deutliche Worte: Eine Expertise könne nicht als schlüssig bezeichnet werden, «wenn ausgerechnet jener Zahn, dessen Behandlung Anlass der Aufsichtsanzeige gebildet hatte, mit einem anderen Zahn verwechselt wird».

Bewilligung entzogen

Ein Ehepaar hatte die Anzeige nach einer Behandlung bei ihrem langjährigen Zahnarzt im April 2012 eingereicht. Der Kantonszahnarzt liess in der Folge eine Begutachtung durch einen anderen Zahnarzt vornehmen, der die Arbeit seines Kollegen als «mangelhafte zahnärztliche Leistung» bezeichnete: «Die Fehler seien derart elementar, dass sie nicht hätten unterlaufen dürfen.» Gestützt auf diesen Bericht und die Tatsache, dass der Zahnarzt seine Fortbildungspflicht jahrelang vernachlässigt hatte, entzog das Gesundheitsdepartement dem Mann im April 2013 die Bewilligung und büsste ihn mit 4000 Franken. Das Verwaltungsgericht wies eine Beschwerde dagegen ab.

«Beweiskraft erschüttert»

Nicht so das Bundesgericht, das elementare Fehler der Vorinstanzen aufzählt. So wusste der begutachtende Zahnarzt nicht, was der Zweck seines Auftrags war. Auch hatte er keinen Zugang zu den Krankenakten des Ehepaars. So verliess er sich auf die Aussage des Ehegatten, dass ihm eine vom kritisierten Zahnarzt ersetzte Krone bereits nach einem Monat abgefallen sei. Dass es sich dabei um die Krone eines anderen Zahnes handelte, erfuhr der Begutachter erst nach Akteneinsicht.

Deshalb relativierte er seinen Bericht nach Erhalt der Krankengeschichten, der pro Ehegatte eine halbe A4-Seite umfasste. Er forderte die «Einholung eines umfassenden Gutachtens an einem universitären Zentrum». Dennoch stützten die Vorinstanzen ihre Entscheide auf diesem Bericht. Wie das Bundesgericht festhält, wäre es willkürlich, darauf abzustellen, denn die Beweiskraft des Berichts sei «nachhaltig» erschüttert. (sda)

Urteil 2C–504/2014

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