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Zaghafter Start für Teillohnmodell

Integration Am besten funktioniert die Integration über den Arbeitsmarkt, so ist man auf allen Seiten sicher. Doch nur eine Minderheit der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen hat eine Arbeitsstelle. 26,6 Prozent beträgt die Erwerbsquote schweizweit bei den anerkannten Flüchtlingen. Etwas höher liegt sie in der Ostschweiz: Im Kanton St. Gallen haben 31 Prozent eine Arbeit, im Thurgau sind es fast 40 Prozent. Bei 31 Prozent liegt gesamtschweizerisch die Erwerbsquote bei den vorläufig Aufgenommenen. Im Kanton St. Gallen liegt dieser Wert bei 28 Prozent, im Thurgau laut der aktuellen Asylstatistik bei fast 36 Prozent.

«Die Sprache ist das grösste Hindernis», sagt Felix Keller, Geschäftsführer des kantonalen Gewerbeverbands. Dass die Quartierschulen dieses angehen, begrüsst er. Doch es gibt auch andere Hindernisse, die einer dauerhaften Anstellung von Flüchtlingen im Weg stehen. «Manche Arbeitgeber fürchten auch den bürokratischen Aufwand», sagt Men Spadin, Integrationsbeauftragter von Au. «Man ist nicht sicher, welche Bewilligungen es braucht, und ob der neue Angestellte am Ende wieder gehen muss.»

Ziel der Arbeitsintegration ist oft eine Ausbildung. Ein Problem ist aber meist die Weiterbeschäftigung nach einem Praktikum. Für eine Arbeitsbewilligung müsste ein üblicher Lohn bezahlt werden. Auch wegen sprachlicher Mängel sind Arbeitgeber aber nur selten dazu bereit. Im Kanton St. Gallen gibt es deshalb seit Anfang Jahr die Möglichkeit, Flüchtlinge nach dem «Konzept Teillohnmodell» zu einem tieferen Lohn einzustellen. Bis jetzt arbeite aber noch kein Flüchtling nach diesem Modell, sagt Christina Manser, Leiterin des Amtes für Soziales. Es seien erst einige Gesuche eingegangen. Das sei aber kein Grund zur Enttäuschung, sagt sie. «Man muss es ausprobieren.» Auch Felix Keller will dem Teillohnmodell eine Chance geben. «Es ist einen Versuch wert», sagt er. «Ob es greift, ist aber schwer zu sagen.» Denn die Digitalisierung führe dazu, dass Hilfsarbeiten immer seltener werden – und damit auch die Einstiegsmöglichkeiten für Flüchtlinge. (ken)

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