YB oder St.Gallen – wer hat die stärkeren Gegner? Und wann spielen die Espen auf der europäischen Bühne? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Saisonendspurt

Die 1:2-Niederlage in Thun hat den FC St.Gallen im Meisterrennen zurückgeworfen – und der Blick auf die bisherigen Resultate gegen die verbleibenden vier Gegner gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Doch egal wie sich die Espen im Schlussspurt der Meisterschaft schlagen, europäisch spielen werden sie sowieso.

Philipp Wolf
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Mit gesenkten Köpfen: FCSG-Spieler Ermedin Demirovic und Axel Bakayoko nach dem zweiten Gegentreffer am Sonntag gegen den FC Thun.

Mit gesenkten Köpfen: FCSG-Spieler Ermedin Demirovic und Axel Bakayoko nach dem zweiten Gegentreffer am Sonntag gegen den FC Thun.

Bild: Urs Lindt/Freshfocus (19.7.2020)

Auf St.Gallen wartet ein Angstgegner

Vier Runden bleiben noch zu spielen, das Meisterrennen geht in die entscheidende Phase. Für die St.Galler ist der dritte Meistertitel der Clubgeschichte nach wie vor in Reichweite – der Rückstand auf YB beträgt lediglich zwei Punkte. Doch wer sich als FCSG-Fan das Restprogramm der St.Galler und des amtierenden Meisters YB genauer anschaut, dem dürfte Angst und Bange werden:

Während YB gegen seine verbleibenden vier Gegner im Verlauf dieser Saison 29 von 36 möglichen Punkten geholt hat, sind es bei St.Gallen lediglich deren 15 von 36.

Das Restprogramm von St.Gallen und YB

FC St.Gallen Young Boys
Basel (heim, 22.7) Xamax (auswärts, 23.7)
Zürich (auswärts, 25.7) Luzern (heim, 26.7)
Xamax (heim, 31.7) Sion (auswärts, 31.7)
Young Boys (auswärts, 3.8) St.Gallen (heim, 3.8)

Gegen Basel und Xamax ist St.Gallens Bilanz bisher positiv mit je sieben Punkten aus drei Begegnungen. Dazwischen steht diesen Samstag für das Team von Trainer Peter Zeidler jedoch noch eine Begegnung mit dem aktuellen Angstgegner an: dem FC Zürich. Alle drei bisherigen Spiele gegen die Equipe von Ludovic Magnin gingen verloren.

Axel Bakayoko am Boden: Gegen den FC Zürich spielen die St.Galler zuerst stark, brechen dann aber ein und verlieren mit 0:4.

Axel Bakayoko am Boden: Gegen den FC Zürich spielen die St.Galler zuerst stark, brechen dann aber ein und verlieren mit 0:4.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (25.6.2020)

Die bisherigen Spiele gegen YB: immer spektakulär, immer bitter

Bei der 0:4-Heimniederlage vor vier Wochen gegen Zürich büssten die St.Galler zudem ihr gegenüber YB besseres Torverhältnis ein. Damit es gegen die Berner am 3. August zu einer Finalissima kommt, müssen die St.Galler endlich wieder einmal gegen Zürich gewinnen.

Die Enttäuschung bei den St.Gallern war nach dem 3:3 gegen YB riesig.

Die Enttäuschung bei den St.Gallern war nach dem 3:3 gegen YB riesig.

Bild: Urs Bucher (23.2.2020)

Gegen YB ist die St.Galler Punkteausbeute diese Saison nur ein wenig besser als gegen Zürich. Zwar boten die drei bisherigen Begegnungen mit den Bernern alles was das Fussballerherz begehrt, doch war der Ausgang jedes Spiels für die Espen äusserst bitter. So haben die St.Galler gegen ihren direkten Titelkonkurrenten bisher lediglich einen Punkt geholt.

Welche Rolle spielt Basel im Meisterrennen?

Anders als die Espen haben die Basler nur noch theoretische Chancen auf den Titel. Doch kann der Club vom Rheinknie zu einer Vorentscheidung im Meisterrennen beitragen – falls er am Mittwoch gegen St.Gallen punktet und YB gleichzeitig gegen Xamax gewinnt.

Anders als gegen Zürich wusste St.Gallen gegen Basel diese Saison immer zu überzeugen. Der 2:1-Sieg der Espen am zweiten Spieltag vor einem Jahr war das erste von vielen Ausrufezeichen, welches Zeidlers junge Mannschaft auf dem Rasen setzte. Danach folgte ein 0:0 in einer Partie, in der die St.Galler mehr Spielanteile und durch Boris Babic mehrere gute Torchancen hatten.

Beim euphorisierenden 2:1 Sieg in Basel im Februar erzielte Betim Fazliji kurz vor der Pause das 1:1.

Beim euphorisierenden 2:1 Sieg in Basel im Februar erzielte Betim Fazliji kurz vor der Pause das 1:1.

Bild: Andy Mueller/Freshfocus (2.2.2020)

Und Anfang Februar schliesslich der euphorisierende Auswärtssieg, bei dem St.Gallen die Basler im St.Jakobspark phasenweise dominierte und durch André Ribeiros Tor in der Nachspielzeit mit 2:1 gewannen. Der Sieg stand für viele am Anfang des St.Galler Titeltraums.

Der Europapokal ist gesichert – los geht es frühestens am 25. August

Egal wie die letzten vier Spiele für die St.Galler ausgehen, europäisch spielen werden sie nächste Saison so oder so. Werden die Espen zum ersten Mal seit 2000 wieder Meister, steigen sie, wie das Fussballmagazin Senf schreibt, am 25. oder 26. August in die zweite Qualifikationsrunde zur Champions League ein.

Wird es für den FCSG nichts mit dem Meistertitel und er beendet die Saison auf Platz zwei, so bestreitet er am 24. September die 3. Qualifikationsrunde zur Europa League. Schaffen es die St.Galler nicht, den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen, bestreiten sie am 17. September die 2. Runde der Europa-League-Qualifikation. Sowohl in der 2. als auch in der 3. Qualifikationsrunde wird nur ein Spiel ausgetragen. Das Los entscheidet jeweils, welche Mannschaft Heimrecht hat. Auf die 3. Qualifikationsrunde folgen in einem Hin- und Rückspiel die Playoffs, der Sieger steht in der Europa-League-Gruppenphase.

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