Glosse

Thurgauer Neujahrswünsche: Ein Tierquäler auf dem Mond, die Rettung von Tänikon und ein Bundesrat

Mosttröpfli: Über Erwartungen an den Jahreswechsel und was 2019 unbedingt stattfinden sollte.

Christian Kamm
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Christian Kamm (Bild: Urs Jaudas)

Christian Kamm (Bild: Urs Jaudas)

Wünsche über Wünsche zum Jahreswechsel, was 2019 unbedingt passieren sollte und was auf keinen Fall. Auch ich leide unter diesem Zwang, an der Schwelle zum neuen Jahr unbedingt etwas Spezielles in die ersten Minuten des 1. Januars hinein interpretieren zu müssen. Als ob das beispielsweise in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar nicht auch funktionieren müsste, oder, sagen wir, vom 22. zum 23. Juli.

Also: Ich wünsche mir vom neuen Jahr, dass der Tierquäler aus Hefenhofen als erster Mensch auf den Mond umsiedeln wird. Und falls das nicht klappen sollte – wenigstens in den Nachbarkanton Zürich. Sollen die doch mal das Vergnügen haben.

Und ich hoffe 2019 noch auf ein weiteres Wunder: Dass Tänikon das Rennen kurz vor der Ziellinie doch noch machen und neuer Hauptstandort der landwirtschaftlichen Forschung werden wird. Der Sieger des Jahres 2019 heisst: Thurgau! Und dass Ex-Bundesrat Johann Schneider-Ammann trotz Ruhestand zur Strafe (seiner selbst und der Zuhörerschaft) die Einweihungsrede halten muss: «Entschuldigung, Tänikon. Ich habe mich geirrt.» Dazu gibt’s Regierungsrat Walter Schönholzer mit Standing Ovations. Wow.

Keine Angst – so unbescheiden geht’s auch weiter. Jetzt, wo die St.Galler wieder in der Landesregierung vertreten sind, braucht es – es lebe die Ostschweiz! – als nächstes unbedingt einen Thurgauer Bundesrat. Wann, wenn nicht 2019? Wo, wenn nicht hier? Wir haben im Thurgau zwar seit 1934 keinen Bundesrat mehr, aber wir haben ein Bundeshaus. Na ja, ein kleines. Ist doch das Regierungsgebäude in Frauenfeld architektonisch ein kleiner Bruder des Bundeshauses West. Wussten Sie nicht? Sehen Sie. Wenn das kein gutes Omen ist, für mindestens die nächsten 100 Bundesratswahlen.