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«Wollen Sie als Frauenverhinderer in die Geschichte eingehen?» – Wiler Politikerinnen kritisieren Würths Ständerats-Kandidatur

Die beiden linken Wiler Stadtparlamentarierinnen Erika Häusermann und Verena Gysling werfen Regierungsrat Beni Würth (CVP) vor, dass die Bekanntgabe seiner Kandidatur für den Ständerat Frauen abschrecken würde, als Nachfolgerin von Karin Keller-Sutter zu kandidieren. «Überlassen Sie den Sitz einer Frau», fordern die Politikerinnen in einen offenen Brief.
Erika Häusermann, Wiler GLP-Stadtparlamentarierin. (Bild: pd)

Erika Häusermann, Wiler GLP-Stadtparlamentarierin. (Bild: pd)

(red.) Dass der St.Galler Regierungsrat Beni Würth vergangene Woche seine Kandidatur für den freiwerdenden Ständeratssitz von Karin Keller-Sutter bekannt gegeben hat, kommt bei Erika Häusermann (GLP) und Verena Gysling (Grüne) vom Frauenforum Wil alles andere als gut an.

In einem offenen Brief kritisieren sie Würth aufs Schärfste: Noch bevor die Wiler Bundesrätin Karin Keller Sutter in ihrer Heimatstadt gefeiert werden konnte, habe er bereits seine Kandidatur für den Ständerat bekanntgegeben. Das, obwohl er wisse, dass dieser Sitz einer Frau zustehe.

«Ihnen als Regierungsrat des Kantons St.Gallens sollte bekannt sein, dass unser schöner Kanton nicht nur von Männern bevölkert wird. Wir Frauen wollen unseren Sitz im Ständerat behalten, weil wir einen berechtigten Anspruch darauf haben.»

Verena Gysling, Grüne-Stadtparlamentarierin Wil (Bild: pd)

Verena Gysling, Grüne-Stadtparlamentarierin Wil (Bild: pd)

Weiter werfen sie Würth vor, dass hochqualifizierte, politikerfahrene Frauen durch das Vorpreschen eines amtierenden Regierungsrates abgeschreckt würden, sich einer Kandidatur zu stellen. Als Regierungsrat habe Würth bereits ein prestigeträchtiges, hochbezahltes Amt, schreiben die beiden Politikerinnen weiter.

«Überlassen Sie den Sitz im Ständerat einer Frau und unterstützen Sie eine Frauenwahl. Sie wollen doch sicher nicht als Frauenverhinderer in die Geschichte eingehen.»

Der Fall Alimi

Im Frühling sorgten die beiden Politikerinnen wegen der Einbürgerung des Wiler Imams Bekim Alimi für Aufregung. Wegen Einsprachen musste das Stadtparlament über die Einbürgerung des umstrittenen Imams entscheiden. Erika Häusermann hatte Alimi zwölf Fragen zu dessen Einbürgerungsgesuch zugestellt. Diese wurden vom Imam beantwortet. «Freiwillig, aber mit einem Gefühl der Demütigung», wie er sagte. Danach erhielt Alimi erneut einen offenen Brief mit weiteren Fragen zu seiner Gesinnung. Absenderin war die Grüne Verena Gysling. Dafür erntete sie Kritik von links. Im April erhielt Alimi nach einem Spiessrutenlauf doch noch den Schweizer Pass.

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