Wolf reisst im Toggenburg eine Ziege

TOGGENBURG. In einer Ziegenherde auf der Alp Färnli, im Gebiet Tanzboden, wurde am letzten Samstag eine tote Ziege gefunden. Der kantonale Wildhüter bestätigt, dass es sich vermutlich um einen Wolfsriss handelt.

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Am Frümsel wurde am 7. August ein Wolf von Wanderern fotografiert. Möglicherweise hat dieser Wolf jetzt auf der Alp Färnli eine Ziege gerissen. (Bild: pd)

Am Frümsel wurde am 7. August ein Wolf von Wanderern fotografiert. Möglicherweise hat dieser Wolf jetzt auf der Alp Färnli eine Ziege gerissen. (Bild: pd)

Kaum eine andere Tierart sei in der Lage in einer Nacht eine junge Ziege mit rund 18 Kilogramm Körpergewicht fast vollständig zu nutzen, heisst es vom kantonalen Wildhüter. Am Riss der Ziege seien DNA-Proben entnommen worden.

Ob es sich um denselben Wolf handelt, welcher am 7. August am Frümsel in den Churfirsten von Wanderern beobachtet und fotografiert wurde, sei nicht bekannt, heisst es von der Kantonskanzlei in einer Mitteilung. Eine genaue individuelle Bestimmung sei nur anhand der Genetik möglich.
 
Calanda-Rudel pflanzt sich fort
Das Calanda-Rudel im Grenzgebiet von Graubünden und St.Gallen hat sich gemäss Mitteilung des Kantons in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge fortgepflanzt. Zudem wanderten immer wieder weitere Wölfe aus der italienisch-französischen Wolfspopulation in die Schweiz ein oder durchqueren die Schweiz auf der Suche nach neuem Lebensraum. "Entsprechend können jederzeit und überall im Kanton St.Gallen Wölfe beobachtet werden", heisst es weiter in der Medienmitteilung. (pd/red.)

Konzept Wolf St.Gallen

Seit April 2013 ist das Konzept Wolf St.Gallen in Kraft. Es regelt den Umgang mit dem Wolf, insbesondere Monitoring, Prävention und Schadensabwicklung:
- Monitoring: für Nachweise und Beobachtungen von Wölfen ist das Amt für Natur, Jagd und Fischerei zuständig. Wolfshinweise sind dem zuständigen Wildhüter zu melden.
- Schutzmassnahmen: Für Schutzmassnahmen auf Alpweiden und landwirtschaftlichen Nutzflächen ist grundsätzlich der Tierhalter verantwortlich. Für Beratungen steht das Herdenschutzteam des landwirtschaftlichen Zentrums in Salez zur Verfügung.
- Schäden an Nutztieren sind unverzüglich dem zuständigen Wildhüter zu melden. (pd)