Wohnung des Jihadisten wird zwangsgeräumt

ARBON. Er ist nach Syrien gereist, um an der Seite radikaler Moslems für einen Gottesstaat zu kämpfen. Onur*, der 22jährige Jihadist aus Arbon. Während er den Ungläubigen die Köpfe abschlagen will, wie er über Facebook verkündet hat, wird seine Wohnung in Arbon zwangsgeräumt.

Ida Sandl
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Er gehört gemäss dem Geheimdienstbericht zur grössten Bedrohung für die Schweiz: Der Arboner Jihad-Reisende. (Bild: pd)

Er gehört gemäss dem Geheimdienstbericht zur grössten Bedrohung für die Schweiz: Der Arboner Jihad-Reisende. (Bild: pd)

ARBON. Er ist nach Syrien gereist, um an der Seite radikaler Moslems für einen Gottesstaat zu kämpfen. Onur*, der 22jährige Jihadist aus Arbon. Während er den Ungläubigen die Köpfe abschlagen will, wie er über Facebook verkündet hat, wird seine Wohnung in Arbon zwangsgeräumt. Darin haben er und seine deutsche Frau Johanna* gewohnt. Die Hochschwangere ist im Oktober ebenfalls nach Syrien gereist, um den Ehemann heimzuholen (die TZ berichtete).

Wertloses wird entsorgt

Das Bezirksgericht Arbon hat im Thurgauer Amtsblatt den Räumungsbefehl veröffentlicht. «Die zuständige Immobilienverwaltung ist ermächtigt, die angemietete Wohnung zu räumen», heisst es darin. Sie müsse aber im Vorfeld ein summarisches Inventar mit Fotos von den Gegenständen erstellen. Wertlose Sachen dürften entsorgt werden. Dinge, die einen gewissen Wert besitzen, könnten verkauft werden. Die Immobilienverwaltung müsse diese aber vorher dem Betreibungsamt Arbon mitteilen.

Ausweise gehen an Polizei

Persönliche Dokumente von Onur und Johanna müssten ein Jahr lang aufbewahrt werden. Ausweise und ähnliches müssten der Polizei übergeben werden. Innerhalb von zehn Tagen können die betroffenen Parteien eine schriftliche Begründung des Bezirksgerichts Arbon verlangen, heisst es im Amtsblatt.

Onur wird das wohl nicht gross kümmern. Er soll bis vor kurzem seine Frau, die im März ein Kind geboren hat, in Syrien festgehalten haben. Jetzt habe er sie ausreisen lassen. Sie und das Baby befänden sich in der Türkei in der Obhut des deutschen Auswärtigen Amtes, meldete am Sonntag SRF.

Der Vater von Onur war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der Vater von Johanna kann sich aus polizeitaktischen Gründen nicht zu den Ereignissen äussern.

* Name geändert