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Wohin mit den Waffen im Haushalt?

Das Gesetz für die Lagerung von Privatwaffen in der Schweiz ist locker: Jeder Besitzer ist für die Aufbewahrung selber verantwortlich. Doch immer wieder kommen die Waffen in die falschen Hände.
Christoph Renn
Privatwaffen müssen sorgfältig aufbewahrt werden. Sonst droht dem Besitzer eine hohe Busse. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Privatwaffen müssen sorgfältig aufbewahrt werden. Sonst droht dem Besitzer eine hohe Busse. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

ST. GALLEN. Mit einem Waffenerwerbsschein kann sich jeder Schweizer über 18 Jahre eine Schusswaffe kaufen: Er oder sie darf nur keinen Eintrag im Strafregisterauszug haben, keine Drogen- oder Alkoholprobleme und kein Suizidabsichten. Doch wie muss man die Waffen verstauen? Das Gesetz baut auf die Eigenverantwortung der Besitzer. Wer gegen die Vorschriften verstösst, dem droht eine hohe Busse.

Besitzer trifft keine Schuld

Immer wieder kommen Waffen bei Einbrüchen in die falschen Hände. So geschehen am 5. Dezember in Steinach, als am helllichten Tag Einbrecher in ein Einfamilienhaus einstiegen. Zu ihrem Diebesgut gehörte eine Faustfeuerwaffe, die in einem Kleintresor aufbewahrt worden war. Am 20. Dezember erbeutete zudem in Niederglatt eine unbekannte Täterschaft in einer Gärtnerei eine Waffe. «Bei Einbrüchen trifft die Waffenbesitzer keine Schuld», sagt Jörg Fischbacher, Waffenspezialist der Kantonspolizei St. Gallen.

Die Besitzer müssten sich beim Aufbewahren der Waffe nur fragen, wer in ihrer Wohnung sei und wer Zutritt dazu habe. «Viele besitzen gerade wegen eines möglichen Einbruchs eine Waffe. Dann muss sie griffbereit liegen», sagt Fischbacher. Problematisch werde die Aufbewahrung dann, wenn Kinder und Jugendliche in der Nähe seien. «Es ist immens wichtig, dass Kinder nicht an Waffen herankommen», sagt Fischbacher. Zur sicheren Bewahrung gebe es spezielle Waffenkoffer, Tresore oder Schlösser. Eine weitere Möglichkeit sei, die Waffe und die Munition getrennt aufzubewahren. Aber auch hier setzt das Schweizer Gesetz auf die Eigenverantwortung.

Wie viele und welche Besitzer ihre Waffe nicht verantwortungsbewusst bewahren, kann nicht überprüft werden. «Vor 1999 wurden nur Pistolen und Revolver registriert. Heute werden alle Waffen erfasst mit der sogenannten Meldepflicht», sagt Fischbacher.

Überprüfung nicht möglich

Die Armee habe über 150 Jahre insgesamt rund drei Millionen Armeewaffen geschreddert, nach Hause gegeben oder als Sammlerstücke ins Ausland verkauft. Daher sei es schwierig abzuschätzen, wie viele Waffen in der Schweiz gelagert werden, sagt Fischbacher. Dazu kommen die Waffen, die von Generation zu Generation weitervererbt wurden. Und «nicht alle wissen, dass sie seit 2008 auch für Erbstücke entweder eine Meldepflicht haben, oder bei Pistolen, Revolvern und Langfeuerwaffen einen Waffenerwerbsschein erstellen müssen».

Die grösste Dunkelziffer betrifft die illegalen Waffen. «In Deutschland geht man von dreissig Millionen Waffen aus.» In der Schweiz rechne man mit über einer Million. «In ein paar Generationen wird es einfacher werden, die Aufbewahrung zu kontrollieren», sagt Fischbacher. Dann sind immerhin die neuen Waffen und ihre Besitzer registriert. Doch auch dann sei nicht garantiert, dass die Waffen nicht in die falschen Hände geraten.

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