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Kommentar

Wörwags Rückzug ist die Folge eines Fehlentscheids

Der St.Galler Rektor Sebastian Wörwag hat seinen Rücktritt angekündigt. Das ist ein schlechtes Zeichen für den Bildungsstandort St.Gallen.
Andri Rostetter
Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Er bleibt zwar bis zum bitteren Ende, mit der neuen Organisation will er aber nichts mehr zu tun haben: Etwa so lässt sich die Rückzugsankündigung von Fachhochschulrektor Sebastian Wörwag interpretieren.

Mitte Januar hatte die St.Galler Regierung bekanntgegeben, dass ab Herbst 2020 sämtliche Fachhochschulen im Kanton von Rapperswil aus gesteuert werden. Bis dann will Wörwag alle Funktionen abgeben.

Der Jubel am oberen Zürichsee war unüberhörbar. Dieser Entscheid sei «ein Bekenntnis» zum Bildungsstandort Rapperswil-Jona, frohlockte Stadtpräsident Martin Stöckling. Was kaum jemand sagte: Es war ein fataler Fehlentscheid.

Warum verschiebt man die Leitung einer derart wichtigen Institution an die Peripherie? In erster Linie aus regionalpolitischen Gründen. Das Linthgebiet hat in der Bildungspolitik mehrmals den Kürzeren gezogen. Seit Jahren wartet die Region darauf, dass der Kanton das marode Berufs- und Weiterbildungszentrum saniert.

Auch die Niederlage im Streit um den Kantonsschulstandort ist ennet dem Ricken noch nicht verdaut. St.Gallen musste zudem auf die Kantone der Trägerkonferenz Rücksicht nehmen. Für Glarus und Schwyz liegt das Linthgebiet näher als St.Gallen. Und im Thurgau ruft Rapperswil zumindest keine Anti-St.Gallen-­Reflexe wach.

Jetzt zeigt sich: Der Entscheid zu Gunsten von Rapperswil hat zwar die Regionen ruhiggestellt, gleichzeitig aber den wichtigsten Bildungsstandort im Kanton geschwächt - die Stadt St.Gallen. Die zentralen Entscheide für die grösste Fachhochschule der Ostschweiz werden künftig in 50 Kilometern Luftlinie Entfernung gefällt.

Das wird sich unweigerlich auf die Anziehungskraft und die Bedeutung des Standorts St.Gallen auswirken. Wörwag ist ein augenfälliger Vorbote dieser Entwicklung.

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