WOCHENLANGE VERHANDLUNGEN: Rhein-Schifffahrt einigt sich mit Mitarbeitern

Die Schifffahrtsgesellschaft für Untersee und Rhein (URh) steuert wieder in ruhigere Gewässer. Nach wochenlangen Verhandlungen haben die URh-Mitarbeiter und die zuständige Gewerkschaft SEV einem neuen Arbeitsvertrag zugestimmt. Zudem haben die beiden Kantone Thurgau und Schaffhausen ihre zinslosen Darlehen gutgeheissen.

Samuel Koch
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Nach wochenlangen Verhandlungen haben die Mitarbeiter der Untersee-Rhein-Schifffahrt sowie die Gewerkschaft SEV eine Einigung erlangt. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Nach wochenlangen Verhandlungen haben die Mitarbeiter der Untersee-Rhein-Schifffahrt sowie die Gewerkschaft SEV eine Einigung erlangt. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Seit der Generalversammlung im vergangenen Mai ist der Kurs für die URh-Flotte rauer geworden. Mit Benno Gmür hat der URh-Verwaltungsrat die Sanierung der Weissen Flotte mit teils einschneidenden Massnahmen vorangetrieben. Nebst Kostenoptimierungen und dem Abbau von Stellen in der Geschäftsleitung standen auch Neuverhandlungen des Firmenarbeitsvertrages (FAV) im Zentrum von Gmürs Arbeiten.
 
Mit einem politischen Vorstoss im Thurgauer Grossen Rat hat die Sanierung zudem politisches Gewicht erhalten. Zuletzt haben aber die Parlamente der Kantone Thurgau und Schaffhausen beide ihre zinslosen Darlehen im Budget 2017 bewilligt, was der URh mit rund 1,25 Millionen Franken genügend flüssige Mittel zur Verfügung stellt, um die nötigen Investitionen in die Neumotorisierung ihrer Schiffe zu tätigen.
 
"Vertragliche Sicherheit"
Jetzt haben sich nach wochenlangen Verhandlungen auch die Mitarbeiter sowie die Gewerkschaft SEV zu einem neuen FAV geeinigt. "Dabei besteht für alle Mitarbeitenden bei der URh wieder vertragliche Sicherheit", teilt der URh-Verwaltungsrat mit. Der erneuerte Vertrag garantiere denselben Lohn wie bisher und vereinfache die Zulagenstruktur. Demnach verzichten die Mitarbeiter auf "überhöhte Zeitgutschriften". Im Gegenzug bezahlt der Arbeitgeber weiterhin das Generalabonnement.
 
Mit der Erhöhung des Aktienkapitals laufe eine weitere Sanierungsmassnahme erfolgreich, wie die URh-Führung schreibt. "Und die Kostenoptimierung wird im 2017 ihre Früchte zeigen. Die Zielsetzungen, um die URh für die Zukunft nachhaltig fit zu machen, sind nun erfüllt." In der vergangene Saison 2016 haben die URh-Schiffe insgesamt über 363'000 Fahrgäste transportiert.