WM-FAHNEN: Nun Kapstadt, dann Frauenfeld

RORSCHACH. In allen südafrikanischen Fussball-WM-Stadien wehen die Fifa- und Länderfahnen des Rorschacher Familienbetriebs Fahnen24. Und die nächste Beflaggung wartet schon: Das Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld.

Marcel Elsener
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Stadion-Inspektion: Wendelin Manser (2. v. l.) bespricht im Stadion «Loftus Versfeld» in Pretoria die Beflaggung mit Mike Clingman, Partner von Mansers Firma Fahnen24 für Südafrika, Thomas Haller von der Tribünenbaufirma Nüssli und Russell Paul vom lokalen Fifa-WM-OK. (Bild: pd)

Stadion-Inspektion: Wendelin Manser (2. v. l.) bespricht im Stadion «Loftus Versfeld» in Pretoria die Beflaggung mit Mike Clingman, Partner von Mansers Firma Fahnen24 für Südafrika, Thomas Haller von der Tribünenbaufirma Nüssli und Russell Paul vom lokalen Fifa-WM-OK. (Bild: pd)

Was haben die laufende Fifa-Fussball-WM in Südafrika und das kommende eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld gemeinsam? Nicht viel, zugegeben, auch wenn «der grösste 2-Tages-Event in der Schweiz» auf seiner Homepage (www.frauenfeld2010.ch) ebenfalls mit «unglaublichen Zahlen» aufwartet. Aber eine Gemeinsamkeit gibt es: In diesen Tagen in Kapstadt und Johannesburg wie Ende August in Frauenfeld kommt die Beflaggung aller Sport- und Festplätze von der Rorschacher Firma Fahnen24. Inhaber Wendelin Manser, von unserer Zeitung 2009 als «Fähnrich der Fifa» betitelt, hat sich nicht nur beim Weltfussballverband empfohlen, sondern auch bei den Organisatoren der Schwinger-Wettkämpfe.

Auf jedes Stadiondach geklettert
Wie viele Fahnen – Werbebanner, Schweizer Flaggen – Frauenfeld «kilometerlang» schmücken werden, vermag Manser nicht zu sagen. Auch mit Zahlen für die Fussball-WM hält er zurück: Ähnlich wie bei der Euro seien es jedenfalls «einige tausend, vermutlich über zehntausend».


Die Matches verfolgt Manser entspannt zu Hause in der Schweiz. Denn die Zeit, da er oft im Flugzeug an die Südspitze Afrikas sass, betraf vor allem das letzte Jahr – und den Confederations Cup, der im Juni 2009 als Testlauf für die WM stattfand, wenigstens in vier (gegenüber heute zehn) Stadien. Trotzdem ist er im Hinblick auf die sichere und sichtbare, aber keine Sicht behindernde Aufhängung der Fahnen «auf jedem Stadiondach in Südafrika herumgeklettert».
Weil Südafrika «zu weit weg ist, um immer selber dort zu sein», aber vor allem auch weil die schwarze Regierung den Nachweis einer schwarzen Beteiligung an den Aufträgen verlange («black empowerment»), hat Manser das Installieren und Wechseln der Flaggen an eine südafrikanische Firma vergeben. «Das klappt einwandfrei», freut er sich und zeigt Verständnis, dass weisse Firmenbesitzer nach der Apartheid hintanstehen müssen. «Eigentlich vollzog sich der Wechsel in Südafrika erstaunlich friedlich, und statt zu offener Gewalt kam es meist nur zur Faust im Sack.»

Qualitätsfahnen bis ins Detail
Stolz zeigt er an seinem soeben bezogenen neuen Firmensitz in Goldach – der ehemaligen Autogarage Bräm eingangs Rorschach – ein Foto mit dem Antiapartheid-Kämpfer Danny Jordaan, dem südafrikanischen «Mr. WM» und Chef des lokalen Komitees (LOC). Seit 2004 Fifa-Zulieferer, hat sich Manser mit Fahnen24 auf grosse (Sport-)Events spezialisiert. Seine Fahnen halten sich in Logo und Farbtreue exakt an die Weisungen der 208 Fifa-Nationen und den Flaggen-Forschungs-Zentren in den USA und England. Und sie werden aus hochwertigem, dreifadigem PVC-Gewirke in der Schweiz und in Deutschland gefertigt – «explizit keine Importe aus Asien», sagt Manser.

Und was ist seine Lieblingsfahne? «Natürlich die Schweizer», lacht er, wenig überraschend für einen früheren SVP-Kantonsrat. Wie schnell die «ganze Euphorie vorbei war, kaum waren die Schweizer draussen», hat ihn überrascht. Nach dem Sieg gegen Spanien «wollte die Huperei nicht mehr aufhören» und herrschte an seinem Stand an der Strasse zwischen Rorschach und Goldach Hochbetrieb, «jeder wollte ein Fähnchen, sei's fürs Auto oder eine Stockfahne». Und dann die Nullnummer gegen Honduras, und alles ist weg. «Schon faszinierend, wie der Fussball die Massen begeistert», meint Manser. Selber hat er übrigens nur als Junior getschuttet – beim FC Goldach.

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