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WLAN im Freibad? Diese Frage spaltet die Ostschweizer Badis

Surfen auf dem Badetuch – im vorarlbergischen Dornbirn erhalten Badegäste seit vergangener Woche freien Zugang zum Internet. Braucht es im Freibad WLAN? Eine Umfrage in Ostschweizer Freibädern.
Stephanie Martina
Seit diesem Sommer kann im St.Galler Freibad Lerchenfeld kostenlos gesurft werden. (Bild: Raphael Rohner)

Seit diesem Sommer kann im St.Galler Freibad Lerchenfeld kostenlos gesurft werden. (Bild: Raphael Rohner)

Der Sommer kehrt endlich zurück: Was könnte Schöner sein, als nach Feierabend ins Freibad zu fahren, sich eine Abkühlung zu gönnen und danach auf dem Badetuch die laufende Partie an der Fussball-Weltmeisterschaft zu schauen? Da gibt es nur einen Haken: Fussball streamen frisst Daten, viele Daten. Ennet der Schweizer Grenze, im vorarlbergischen Dornbirn, müssen sich die Badegäste über ihren Datenverbrauch keine Gedanken mehr machen. Vergangene Woche wurde ein Hotspot eingerichtet. Weil sich immer mehr Gäste einen freien Zugang zum Internet gewünscht hätten, sei man dem nachgekommen, heisst es in einer Mitteilung des Stadtbads.

Surfen auf dem Badetuch: Was revolutionär wirkt, ist auch in Ostschweizer Badis möglich: Ein Freibad, das seit diesem Sommer kostenloses WLAN anbietet, ist das St.Galler Lerchenfeld. Allerdings nicht, weil es der Wunsch der Badegäste gewesen sei. Roland Hofer, Leiter Bad und Eis im Sportamt der Stadt, erklärt: «Vor der Curling-EM, die vergangenen Winter in der Eishalle stattfand, mussten wir das Netzwerk erneuern. In diesem Zusammenhang haben wir das WLAN gleich auf die Badi ausgeweitet.» Wie das neue Wifi-Angebot bei den Gästen ankommt, kann Hofer nach den ersten Wochen noch nicht beurteilen. Er ist jedoch überzeugt:

«Mittel- bis langfristig werden Schweizer Freibäder mit WLAN ausgestattet sein müssen.»

Besorgte Eltern: Surfen Kinder in der Badi auf Sexseiten?

Manche Badis rüsten im digitalen Bereich auf, andere bereits wieder ab. Das Freibad Weier in Berneck will den gratis Internetzugang nach zwei Sommer wieder abschaffen. Bademeister Kay Koch erklärt: «Vor allem am Anfang waren viele Gäste begeistert vom neuen Angebot. Allerdings gab es auch besorgte Eltern, die befürchteten, dass ihre Kinder auf Sexseiten surfen könnten, wenn sie sie alleine in die Badi gehen lassen.» Natürlich hätte man diese Seiten sperren können, sagt Koch. Aber da es bislang keine Vorfälle gegeben habe und der Hotspot Ende Saison sowieso wieder abgeschaltet werde, spare man sich diesen Aufwand.

Doch nicht nur wegen der Bedenken der Eltern, sondern auch, weil das WLAN nie einwandfrei funktioniert habe, hätte die Gemeinde entschieden, die Badi nach dieser Saison wieder zur internetfreien Zone zu erklären. Für den Bademeister kein Verlust. Denn in seinen Augen braucht es in einer Badi kein Internet.

«Im Freibad sollen die Leute abschalten – und nicht am Handy sitzen.»

(Bild: Raphael Rohner)

(Bild: Raphael Rohner)

Ablenkung am falschen Ort

Badegäste der beiden Wiler Badis, können – je nachdem, wo sie ihr Badetuch ausbreiten – gratis surfen. Der Grund: Die Reichweite des Restaurant-Hotspots reicht bis ins Freibad. Wird irgendwann auf der ganzen Liegewiese kostenfreies Internet zur Verfügung stehen? In Wil ist man hin- und hergerissen. Marcel Schneller, Geschäftsführer der Wiler Sportanlagen AG, spricht von einem zweischneidigen Schwert: «Zweifellos wäre es eine gute Dienstleistung. Schliesslich leben wir in einer Gesellschaft, die ständig online ist. Gleichzeitig wollen wir jedoch, dass Eltern ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen und nicht durch ihr Handy abgelenkt sind.» Auch aus finanziellen Gründen sei es momentan kein Thema, das Freibad Bergholz oder die Weierwise mit WLAN auszustatten, es sei schlicht zu teuer, sagt Schneller.

In zwei der grösseren Thurgauer See-Freibäder verzichtet man derzeit auf einen kostenlosen WLAN – aus unterschiedlichen Gründen. In Arbon bestehe derzeit kein Bedürfnis, sagt Alexander Stojkovic, Leiter Freizeit und Sport, und verweist auf eine kürzlich durchgeführte Umfrage zur Kundenzufriedenheit. «Auf keinem einzigen Fragebogen wurde der Wunsch nach kostenlosem Internet geäussert. Vermutlich auch deshalb, weil viele selbst ein Flatrate-Abo mit unbegrenztem Datenvolumen abgeschlossen haben.»

Auch im Kreuzlinger Schwimmbad Hörnli bietet man bewusst kein Internet an. Bademeister Mathieu Assire ist der Meinung, dass es in der Badi kein WLAN braucht und auch nicht brauchen wird:

«Im Freibad könnte man sich auch mal wieder auf andere Sachen als auf sein Telefon konzentrieren. Und einfach den Tag geniessen.»

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