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WIRTSCHAFTSFORUM: Wenig Gäste aus Davos

Von den Gästen des WEF schlafen nur wenige im Kanton St. Gallen. Immerhin spürt die Region um Bad Ragaz klar einen Buchungsanstieg.
Joel Mähne
Der «Quellenhof» in Bad Ragaz beherbergt traditionell ranghohe diplomatische Vertreter vom WEF. (Bild: Hanspeter Schiess (28.8.2017))

Der «Quellenhof» in Bad Ragaz beherbergt traditionell ranghohe diplomatische Vertreter vom WEF. (Bild: Hanspeter Schiess (28.8.2017))

Joel Mähne

joel.maehne@tagblatt.ch

Nächsten Montag beginnt das Weltwirtschaftsforum WEF in Davos. Tausende Gäste werden in den Bündner Bergen erwartet. Und damit auch viele Hotelbetten in der Region gebraucht. Doch St. Gallen als Nachbarkanton Graubündens profitiert nur wenig. «In Buchs, Wildhaus, Rheineck und St. Gallen spürt man nichts vom WEF», sagt Urs Majer, Präsident des Hotellerie Verbandes Ostschweiz, der zum Zeitpunkt unseres Interviews mit Kollegen aus dem ganzen Kanton im Zug sitzt. In der Stadt St. Gallen finde nächste Woche das Fachsymposium Gesundheit in den Olma Messen statt, die Hotels seien mit Gästen dieser Veranstaltung belegt. Man habe also dort gar keine Kapazitäten für Teilnehmer aus Davos, sagt ­Majer. «Die Forumsgäste wollen möglichst nah an Davos dran sein, die Grenze ist da ungefähr Sargans.»

Das bestätigt ein Blick auf das Onlinebuchungsportal «booking.com» – die Region Bad Ragaz ist restlos ausgebucht. Nadia Brunner, Geschäftsführerin des Hotels Krone im Zentrum von Bad Ragaz, beherbergt seit Jahren immer die gleiche Gruppe. «Für uns ist die WEF-Zeit sehr wichtig, weil dann viel los ist in Bad Ragaz und Menschen aus der ganzen Welt unterwegs sind.» Dass allerdings Gäste, welche wegen des WEF im Hotel Krone waren, auch unter dem Jahr buchen, komme nur sehr selten vor. Ins gleiche Horn stösst Doris Kellenberger vom Bad Ragazer Hotel Rössli: «Wir beherbergen unter anderem einen Limousinenservice, dieser bucht auch unter dem Jahr. Die anderen Gäste aber nicht.» Dennoch glaubt Kellenberger, dass die Gegend von den Gästen profitiere. «Die Region ist vier Nächte komplett ausgebucht, das ist werbetechnisch sehr positiv.»

Kein weiterer Nutzen für die Region

Etwas kritischer sieht das Adrian Pfiffner, Leiter Kommunikation bei Heidiland Tourismus in Bad Ragaz. Bei gewissen Hotels, wie dem Quellenhof oder dem Sorell Hotel Tamina, sei sicher eine sehr grosse Nachfrage vorhanden. Über genaue Buchungsstände könne die Tourismusorganisation aber keine Auskünfte geben. «Die Buchungen laufen direkt über die Hotels, da haben wir keine Berührungspunkte», sagt Pfiffner. Im Bereich Marketing hätten die illustren Gäste einen untergeordneten Nutzen für die Region: «Wir sind hier wohl mehr Mittel zum Zweck – wir bieten Schlafplätze. Die Besucher des WEF haben kaum Zeit, noch Ausflüge in der Region zu machen.» Die Region Heidiland sei nicht in erster Linie für den Kongresstourismus bekannt, sondern eher für den nationalen Ausflugs- und Übernachtungstourismus. Die WEF-Teilnehmer seien deshalb nicht die klassischen Kunden.

Trotz des geringen touristischen Nutzens sind die Aufwendungen für die Gäste gross. Viele Teilnehmer sind gemäss internationaler Verträge «völkerrechtlich geschützt» – der Bund muss sicherstellen, dass diesen Personen nichts zustösst. Im Kanton St. Gallen gewährleistet die Kantonspolizei diesen Schutz. Dazu gehört auch die Überwachung des Hotels Quellenhof in Bad Ragaz, wo die meisten dieser VIP im Kanton absteigen dürften. Mit vielen Überstunden müssen die Polizisten, die Sicherheit dieser – selbstverständlich nicht namentlich genannten – Spezialgäste sicherstellen. Letztlich auf Kosten des Steuerzahlers.

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