«Wir ziehen unsere Lehren daraus»

MÜNCHWILEN. Die Bilanz einer Woche mit Bahnersatz-Bussen zwischen Frauenfeld und Wil fällt durchzogen aus. Der Busbetrieb litt unter dem Wintereinbruch. Die Bauarbeiten verliefen indes nach Plan.

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Die grössten Brocken der Bauarbeiten, wie hier der behindertengerechte Neubau des Perrons in Münchwilen, konnten in der vergangenen Woche ohne Zugverkehr abgeschlossen werden. (Archivbild: Mario Testa)

Die grössten Brocken der Bauarbeiten, wie hier der behindertengerechte Neubau des Perrons in Münchwilen, konnten in der vergangenen Woche ohne Zugverkehr abgeschlossen werden. (Archivbild: Mario Testa)

Gut planen ist bei nur einer Baustelle möglich. Mehrere Baustellen gleichzeitig gut planen ist ebenfalls machbar. Nur was nicht oder nie mit totaler Sicherheit geplant werden kann, ist das Wetter. Das erleben musste vergangene Woche die Frauenfeld-Wil-Bahn. Sie baut derzeit ihre Perrons in Matzingen, Frauenfeld und Wängi behindertengerecht aus. Während der Arbeiten mussten die Züge eine Woche lang im Depot bleiben, Passagiere wurden mit Bahnersatzbussen auf der Strasse befördert.

Dann kam den Verantwortlichen aber das Wetter dazwischen, in diesem Fall der Wintereinbruch. «Wir wurden vom Schnee überrascht, die Kapazität der beiden Busse war zu den morgendlichen Stosszeiten einfach zu klein», erklärte Alexander Liniger, Mediensprecher der Frauenfeld-Wil-Bahn, vergangene Woche auf Anfrage unserer Zeitung. Chauffeure mit prallvollen Bussen mussten Haltestellen auslassen und die verdutzten Passagiere in der Kälte auf die nächste Verbindung warten. An den Schaltern sowie in E-Mails und Briefen schneiten unzählige Reklamationen herein.

Schnelle Reaktion der Bahn

«Passagierfrequenzen abzuschätzen, ist immer schwierig», sagt Alexander Liniger heute. Diesmal sei der überraschende Schneefall erschwerend hinzugekommen. Bereits am zweiten Tag, dem Dienstag, hatten die Verantwortlichen die Engpässe aber behoben. «Wir setzten für den Rest der Woche grössere Busse ein. Es gab nur noch vereinzelte Verspätungen», erklärt Liniger.

Gemäss dem Mediensprecher werde die Frauenfeld-Wil-Bahn ihre Lehren aus dem Vorfall ziehen. «Wir haben einmal mehr die Vorteile des Zuges erkannt. Er kann grössere Spitzen einfach besser abfangen», erklärt er. «Eine Schulklasse mehr ist in einem Zug kein Problem – ein Bus ist mit 20 Fahrgästen mehr aber schnell am Anschlag.»

Feinschliff bei den Bauarbeiten

Die Arbeiten, die Grund für den wöchigen Zugausfall waren, werden in den nächsten Tagen abgeschlossen. «Trotz des Wetters sind wir gut vorangekommen und aktuell am letzten Feinschliff.» Die Züge fahren seit Montag wieder.

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