«Wir wollen innovativ, frisch und fortschrittlich sein», sagt Heinz Keller, der Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg

Der Gemeinderat Kradolf-Schönenberg verfolgt in der laufenden Legislaturperiode ehrgeizige Ziele. Das Angebot an modernem Wohnraum soll vergrössert werden, Gewerbe und Landwirtschaft dürfen auf Unterstützung hoffen.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinem Büro.

Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinem Büro.

Bild: Georg Stelzner (Schönenberg, 8. September 2020)

«Beliebt, belebt, begehrt» lautet der Slogan, den sich die Gemeinde Kradolf-Schönenberg neuerdings auf die Fahne schreibt. Das Triple-B kommt sexy daher, will aber auch mit Leben erfüllt sein.

Die Weichen hat der Gemeinderat im Sommer während eines Workshops gestellt, in welchem das Programm für die bis 2024 dauernde Legislaturperiode erstellt wurde. Die Absicht ist klar: Man möchte für den interkommunalen Standortwettbewerb gerüstet sein – nicht zuletzt im Wissen um die grosse Konkurrenz.

«Rigiblick» und «Nussbaumpark»

Gemeindepräsident Heinz Keller beschreibt die strategische Hauptstossrichtung so: «Der Gemeinderat setzt sich für eine qualitative Entwicklung von Kradolf-Schönenberg ein, welche Rücksicht auf die schöne Landschaft und den wertvollen Naherholungsraum nimmt.»

Explizit nennt Keller die Förderung der Wohn- und Lebensqualität zum Wohle der Familien, aber auch der jüngeren und der älteren Generation. Im Bereich des attraktiven Wohnungsangebots für Familien mit Kindern bestehe derzeit eine Lücke, die es zu schliessen gelte, führt der Gemeindepräsident aus. Von den Überbauungsprojekten Rigiblick in Schönenberg und Nussbaumpark in Kradolf verspricht sich der Gemeinderat denn auch einen Schub.

Zentrum für Sport, Kultur und Freizeit

Die in die Jahre gekommene Mehrzweckhalle in Kradolf will der Gemeinderat unter die Lupe nehmen und prüfen, ob sich im Zuge der näherrückenden Sanierung daraus ein zeitgemässes Sport-, Kultur- und Freizeitzentrum realisieren liesse.

Von diesem Angebot sollten dereinst alle in der Gemeinde vertretenen Bevölkerungsgruppen profitieren. Handlungsbedarf bestehe sodann auch beim Bahnhofareal, dem die Rolle eines einladenden und sicheren Begegnungsorts zugedacht ist.

Förderung der Vereine

Entwicklungspotenzial ortet Keller auch bei den Arbeitsplätzen. Die Ansiedlung grosser Industriebetriebe werde nicht angestrebt, führt der Gemeindepräsident aus, doch wolle man gewerbliche Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen des Möglichen unterstützen.

Kradolf-Schönenberg darf laut Keller keine «Schlafgemeinde» werden. Um dieser Gefahr zu begegnen, sollen die Vereine nach Kräften gefördert werden. «Sie erfüllen auch auf dem Gebiet der Integration eine ganz wichtige Aufgabe», macht das Gemeindeoberhaupt auf einen immer wichtiger werdenden Aspekt aufmerksam.

Dem Steuerfuss Sorge tragen

Am Thema Finanzen hat auch im Workshop kein Weg vorbeigeführt. Es sei das Ziel des Gemeinderates, den Finanzhaushalt durch eine verantwortungsvolle Ausgabenpolitik zu stärken und die Verschuldung zu stabilisieren, sagt Keller. In steuerlicher Hinsicht sei es wichtig, die Attraktivität der Gemeinde aufrechtzuerhalten.

Der Gemeindepräsident ist sich bewusst, dass das Legislaturprogramm ambitioniert und vermutlich nicht alles realisierbar ist – zumindest nicht auf Anhieb. «Man darf sich hohe Ziele setzen. Das ist unser Anspruch», entgegnet er Skeptikern. Man werde keine Berge versetzen können, wolle die sich bietenden Chancen aber nutzen, sagt Heinz Keller.

Überblick verschaffen

Die Ziele in den einzelnen Ressorts des Gemeinderats werden normalerweise zu Beginn der vierjährigen Legislaturperiode festgelegt. Da mit Dominik Bosshart, Andrea Müller-Richner und Andrea Zuberbühler 2019 drei Neue im Gemeinderat Kradolf-Schönenberg Einsitz nahmen, schien es Gemeindepräsident Heinz Keller sinnvoll, ein Jahr zuzuwarten. So hatten alle Behörden-
mitglieder genügend Zeit, sich in ihren Zuständigkeitsbereich einzuarbeiten. (st)