Kolumne

«Wir werden zurzeit oft angesprochen, die Menschen sehnen sich nach Gesprächen»: Thaler Polizist Daniel Hug auf Corona-Patrouille

Wir lassen täglich Menschen aus der Ostschweiz zu Wort kommen, die in der Coronakrise weiterhin arbeiten. Daniel Hug, Gruppenchef der Mobilen Polizei Thal, wird zur Zeit häufig angesprochen. Und stösst bei den Regeln des BAG auf Verständnis – fast immer.

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«Eine Busse sollte das letzte Mittel sein», sagt Daniel Hug, Gruppenchef der Mobilen Polizei Thal.

«Eine Busse sollte das letzte Mittel sein», sagt Daniel Hug, Gruppenchef der Mobilen Polizei Thal.

Bild: PD

Auf unseren Patrouillen werden wir zurzeit oft angesprochen, einfach so. Wir reden dann über Gott und die Welt, am meisten aber über Corona. Die Menschen sehnen sich nach Gesprächen. Die Polizei zeigt Präsenz, damit die Regeln des BAG eingehalten werden, vor allem an beliebten Orten wie der Seepromenade in Rorschach und an Bahnhöfen.

Es ist wenig los. Wenn wir doch mal auf eine grössere Gruppe stossen, können wir im Gespräch viel klären. Die meisten zeigen Verständnis. Jugendliche und junge Erwachsene tun sich manchmal schwer mit den neuen Regeln. Wir erklären ihnen dann, dass es darum geht, die Kurve flach zu halten. Wenn gar kein Verständnis kommt, können wir eine Busse von 100 Franken sprechen. Das sollte aber das letzte Mittel sein. Ich musste noch keine verteilen.

Kein einziges Auto auf der Autobahn

Als Gruppenchef der Mobilen Polizei Thal leite ich ein Team von sieben Leuten. Von meinem Büro aus sehe ich die Autobahn. Am Sonntag hatte ich Dienst und es ist sicher 30 Sekunden lang kein einziges Auto gefahren. Das kommt sonst nie vor. Auch auf dem Stützpunkt halten wir uns wenn immer möglich an die Regeln des BAG. Wir gehen zum Beispiel nicht mehr in der Gruppe in die Pause. Mit meinen Eltern, Kollegen und dem Göttibueb kommuniziere ich via Facetime. Klar, wäre es schöner sie zu treffen, aber es ist ja absehbar.

Aufgezeichnet von Katharina Brenner

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