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«Wir spüren überall ein Umdenken»: Migros Ostschweiz stellt Verkauf von Feuerwerk ein – auch Luzern, Zürich und Basel ziehen nach

Die Migros Ostschweiz verkauft ab sofort kein Feuerwerk mehr. Mit dem Entscheid zieht die Geschäftsleitung die Konsequenz aus der Klimaentwicklung der vergangenen Jahre und der damit verbundenen Planungsunsicherheit.
Wer Feuerwerkskörper für den 1. August sucht, kann diese künftig nicht mehr bei der Migros Ostschweiz kaufen. (Bild: Keystone)

Wer Feuerwerkskörper für den 1. August sucht, kann diese künftig nicht mehr bei der Migros Ostschweiz kaufen. (Bild: Keystone)

(dwa/mos/nat) Die Geschäftsleitung der Migros Ostschweiz hat entschieden, den Feuerwerksverkauf einzustellen. Dies teilt sie in einem Communiqué mit. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Migros Ostschweiz vor dem 1. August auf den Verkauf von Feuerwerk verzichtet. Dies wegen der anhaltenden Trockenheit und der Gefahr des Ausbruchs von Feuern.

«Der Entscheid, kein Feuerwerk mehr zu verkaufen, wurde bereits Anfang Jahr getroffen, vor den ganzen Klimademonstrationen», sagt Andreas Bühler, Leiter Kommunikation der Migros Ostschweiz. Die Kommunikation nach aussen erfolge zum jetzigen Zeitpunkt, da bald der Verkauf gestartet wäre.

In der Mitteilung schreibt Migros Ostschweiz:

«In den kommenden Jahren ist vermehrt mit sehr trockenen und heissen Sommermonaten wie 2018 zu rechnen.»

Die Ungewissheit in punkto Wetter habe in den vergangenen Jahren zu Planungsunsicherheiten und damit zu einem Mehraufwand für den Verkauf geführt, erklärt die Migros Ostschweiz. «Wir haben auch vermehrt Rückmeldungen von Kunden erhalten, die sich wegen des Klimaschutzes und des Lärms für Tiere gesorgt haben», sagt Sprecher Andreas Bühler. All diese Überlegungen hätten eine Rolle gespielt.

Planungssicherheit ist von grosser Bedeutung

Die Planungssicherheit ist für die Migros Ostschweiz ein wichtiger Faktor, sagt Bühler. Mit der vermehrten Trockenheit steige jeweils auch das Risiko für Feuer. «Wenn wir Feuerwerk zum Verkauf anbieten und dieses dann zurücknehmen müssen, bedeutet das einen zusätzlichen Aufwand für uns.» In früheren Jahren sei es beispielsweise schon vorgekommen, dass bereits verkauftes Feuerwerk aufgrund kurzfristig ausgesprochener Verbote wieder zurückgenommen werden musste.

«Mit dem generellen Verkaufsverzicht werden solche Mehraufwände künftig vermieden und die Umwelt, Mensch und Tier entlastet», heisst es in der Mitteilung weiter. Denn Feuerwerk verursache eine erhöhte Feinstaubkonzentration sowie Lärm.

Der Entscheid betrifft alle Supermarktfilialen, Do it + Garden Migros sowie OBI-Fachmärkte der Migros Ostschweiz. Es handelt sich um einen längerfristigen Entscheid, sagt Bühler. «Wir werden auch in den kommenden Jahren kein Feuerwerk anbieten.»

Trendwende bei allen Migros-Genossenschaften

Die Migros Ostschweiz ist derweil nicht die einzige Genossenschaft, die auf den Verkauf von Feuerwerk verzichtet. Bereits im letzten Jahr hat Migros Aare den Verkauf eingestellt, ab sofort verzichtet auch die Region Luzern und die Genossenschaften in Basel und Zürich werden diesen Sommer zum letzten Mal Feuerwerksartikel verkaufen. In dieser Entscheidung seien die regionalen Migros-Genossenschaften frei, sagt Patrick Stöpper, Mediensprecher der Migros. «Wir spüren da aber überall ein Umdenken.»

Koordinationsstelle Feuerwerk hofft auf gute Silvesternacht

Urs Corradini, Präsident SKF. (Bild: PD)

Urs Corradini, Präsident SKF. (Bild: PD)

«Aufgrund des aktuellen Klimas wird sich auch die Branche mit der Trockenheit auseinandersetzen müssen», sagt Urs Corradini, Präsident der Schweizerischen Koordinationsstelle Feuerwerk (SKF). Das bedeute, dass beispielsweise neue Geschäftsideen entwickelt oder neue Märkte erschlossen werden müssen. «Der 1. August macht jeweils etwa zwei Drittel des Jahresumsatzes aus. Wenn er der Dürre zum Opfer fällt, hoffen wir auf eine gute Silvesternacht», sagt Corradini. Momentan gäbe es aber keine Anzeichen dafür, dass mit dem gleichen Szenario wie letztes Jahr zu rechnen sei. Die Mitglieder des Branchenverbandes hoffen, dass das Wetter nun bis zur Bundesfeier so bleibt.

Corradini glaubt, dass künftig vermehrt mit Trockenheit und Feuerverboten gerechnet werden muss. Er geht davon aus, dass die Migros Ostschweiz das Risiko der Wetterabhängigkeit nicht mehr tragen möchte. «Für den Betrieb bedeuten Retournierungen einen riesigen Aufwand, deshalb finde ich den Entscheid nachvollziehbar», sagt Corradini.

Coop verkauft weiterhin Feuerwerk

Anders sieht es beim Konkurrenten Coop aus. Dort will man auch weiterhin Feuerwerk verkaufen. Dennoch spiele die Umwelt eine wichtige Rolle, betont Coop-Sprecherin Andrea Bergmann «Wir haben uns beispielsweise das Ziel gesetzt, bis 2023 CO2-neutral zu sein.»

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