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«Wir haben den Ansturm völlig unterschätzt» - Wartezeiten und lauwarme Würste vermiesen FCSG-Fans die Stimmung

Der FC St.Gallen hat mit dem 2:1-Sieg gegen Sarpsborg zwar eine gute Leistung auf dem Rasen hingelegt, für die 6335 Matchbesucher war das Erlebnis im Kybunpark trotzdem nicht optimal: Überlange Wartezeiten und lauwarme Würste sorgten für schlechte Laune vor dem Bierstand. Catering-Chef Urs Egger erklärt, weshalb es so weit kommen konnte.
Christa Kamm-Sager
Bier und eine St.Galler Bratwurst gehören zu einem FCSG-Match: Wenn die Verpflegung nicht stimmt, sinkt die Laune der Matchbesucher. (Bild: Mareycke Frehner)

Bier und eine St.Galler Bratwurst gehören zu einem FCSG-Match: Wenn die Verpflegung nicht stimmt, sinkt die Laune der Matchbesucher. (Bild: Mareycke Frehner)

Eine knappe Viertelstunde seien sie vor dem Match am Donnerstagabend am Bierstand angestanden, dann hätten sie sich angesichts der immer noch langen Schlange entschieden, das Bier im Coop zu holen, der noch offen hatte. Das sagen zwei Matchbesucher am Tag nach dem gelungenen Europa-League-Start des FC St.Gallen gegen den norwegischen Club Sarpsborg im Kybunpark.

In der Pause und auch während des Spiels dasselbe: «Die Wartezeiten waren immer lange, wann auch immer ich ein Bier oder eine Wurst holen wollte», so ein anderer Matchbesucher. «Kommt als Krönung hinzu, dass die Wurst nur lauwarm war.» Wegen der Warterei habe er das erste Goal des FCSG von Silvan Hefti verpasst, ärgert sich ein anderer Fan. Eine Besucherin, die nur sehr selten an einem FCSG-Match ist, zeigt sich erstaunt ob des Chaos’ vor dem Bierstand: «Ich habe keinen Vergleich, was normal ist, aber was ich am Donnerstag vor einem Bierstand erlebte, hat mich sehr irritiert», sagt sie. Eine etwas ältere Frau sei alleine am Stand und völlig überfordert gewesen angesichts der langen Schlange. Da hätten die Leute angefangen, die Frau zu beleidigen und seien unflätig geworden. «Ein Mann hat die Frau beim Bierzapfen gefilmt und sie beschimpft. Das hat mich sehr betroffen gemacht.»

Dejan Stojanovic: Note 5. Beim Gegentor ohne Abwehrchance. Entschärft mehrfach gefährliche Torchancen von Sarpsborg, zum Beispiel als Rashad Muhammed alleine auf ihn zuzieht (56. Minute).
Majeed Ashimeru: Note 5. Nebst Goalie Stojanovic der beste St.Galler. Brilliert mit Spielwitz, etwa bei seinem Lob-Pass auf Tafer (53. Minute) und leitet das entscheidende 2:1 ein.
Silvan Hefti: Note 5. Fasst sich mit seinem Weitschuss aus 30 Metern in der 41. Minute ein Herz und wird mit seinem ersten Profitor belohnt. In der Defensive braucht er nach dem Platzverweis gegen Vilotic Zeit, um sich zu sortieren.
Nicolas Lüchinger: Note 5. Schaltet sich immer wieder in den Angriff ein und spielt defensiv solid und vor allem kämpferisch. Rettet kurz vor der Pause auf der eigenen Torlinie.
Jordi Quintilla: Note 5. Beginnt im Mittelfeld, muss aber nach fünf Minuten und der Roten Karte gegen Milan Vilotic in die Innenverteidigung ausweichen und spielt dort nach Anlaufschwierigkeiten solid.
Roman Buess: Note 5. Einsatz- und lauffreudig, im Abschluss aber lange glücklos. Die Chance zum 2:1 verwertet er dann souverän.
Yannis Tafer: Note 5. Bringt nach der Pause viel Schwung in die St.Galler Offensive.
Dereck Kutesa: Note 4,5. Mit seiner Geschwindigkeit und seinem Antritt bringt er Unruhe in die Verteidigung von Sarpsborg. Wird in der Pause trotzdem durch Yannis Tafer ersetzt.
Vincent Sierro: Note 4,5. In der ersten Halbzeit offensiv unsichtbar und wirkungslos. Nach der Pause steigert er sich.
Andreas Wittwer: Note 4,5. Wie die gesamte St.Galler Defensive leistet er sich den einen oder anderen Patzer, der aber ohne Folge bleibt.
Marco Aratore: Note 4,5. Am Einsatz liegt es bei ihm nicht. Kommt nicht so richtig ins Spiel. In der Offensive oft zu ungenau.
Milan Vilotic: Note -. Sieht nach vier Minuten die Rote Karte - mehr braucht man nicht zu sagen.
Nassim Ben Khalifa: Note -. Kommt in der 75. Minute für Marco Aratore. Zu kurz für eine Bewertung.
Leonel Mosevich: Note -. Kommt in der 84. Minute für Nicolas Lüchinger. Zu kurz für eine Bewertung.
14 Bilder

Fünf Spieler mit einer 5, Vilotic ohne Bewertung: Die Noten der FCSG-Spieler gegen Sarpsborg

Zu wenig Personal und technische Probleme

«Wir sind die ersten, die daran interessiert sind, dass es optimal läuft bei den Verpflegungsständen», sagt ein sichtlich aufgewühlter Urs Egger von Eggers Catering am Tag danach. «Wir haben den Besucheransturm bei diesem Europa-League-Spiel völlig falsch eingeschätzt.» Er sei etwa von 3'700 Besuchern ausgegangen und hätte die Infrastruktur dementsprechend organisiert. Als er 36 Stunden vor dem Spiel von 4'000 verkauften Tickets gehört habe, habe er nochmals zusätzliches Personal aufgeboten und drei zusätzliche Verkaufsstände eingerichtet.

«65 Leute waren im Einsatz, an einem normalen Match sind es 120», sagt Urs Egger. Das sich am Abend nochmals eine derart lange Schlange vor den Ticketschaltern bildete, sei eine Ausnahme. «Der FCSG schwimmt im Moment auf einer richtigen Euphoriewelle, das schlägt sich scheinbar deutlich in den Ticketverkäufen nieder.»

Zu den knappen Personalressourcen seien denn auch noch technische Probleme dazugekommen. Wenn es irgendwo schlecht laufe, komme meistens nochmals etwas Unerwartetes dazu. «Die ganze Situation am Donnerstagabend war sehr unbefriedigend», so Egger. «Wir sind richtig hineingelaufen.» Wenigstens hätten sie genügend Würste, Bier und Mineralwasser gehabt, einzig Brot und Hamburger seien zehn Minuten vor Schluss ausverkauft gewesen.

Mehr unzufriedene Matchbesucher als gewöhnlich

FCSG-Mediensprecher Daniel Last bestätigt, dass es beim Match vom Donnerstagabend nicht optimal gelaufen ist. «Wir haben mehr Feedbacks als gewöhnlich von unzufriedenen Matchbesuchern erhalten, vor allem zu lange Wartezeiten waren der Grund für die Reklamationen. Wir nehmen diese sehr ernst», sagt er auf Anfrage.

Der FCSG stehe als Veranstalter ebenso wie das Catering in der Pflicht, dass das Erlebnis für die Matchbesucher in jeder Hinsicht optimal sei. «Wir werden das im Detail anschauen müssen, was am Donnerstagabend rund um das Catering nicht stimmte.» Egal, ob 6'500 oder 15'000 Zuschauer im Stadion seien, auf die Gegebenheiten müsse sich das Catering einstellen können, so Last.

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