«Wir haben das Sterben aus dem Alltag verbannt»: Das Leben ist auch ohne Corona zu 100 Prozent tödlich

In St. Gallen sind die Coronatodesfallzahlen verglichen mit anderen Landesteilen hoch. Doch auch in diesem Jahr werden im Kanton rund zehn Mal mehr Menschen an Krebs oder einer Kreislauferkrankung sterben als an Corona.

Jürg Ackermann
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Blick in die Intensivstation: Schockereignisse wie Corona werden anders wahrgenommen als chronische Krankheiten, die mehr Tote fordern.

Blick in die Intensivstation: Schockereignisse wie Corona werden anders wahrgenommen als chronische Krankheiten, die mehr Tote fordern.

Bild: Alex Spichale

3575 Kerzen haben sie auf dem Bundesplatz angezündet, eine für jeden Menschen, der bis zum vergangenen Freitag in der Schweiz an Corona verstorben ist. Seither sind über 300 weitere Coronatodesopfer hinzugekommen. Die Veranstalter der Berner Mahnwachen finden, die im Vergleich zu anderen Ländern hohe Todeszahl habe hierzulande zu wenige Menschen aufgerüttelt, zu wenige Reaktionen ausgelöst. Das wollen sie nun ändern. «Jeder Verlust ist einer zu viel», sagen sie.