«Wir bleiben weiter im Ungewissen»

ST.GALLEN. Der Tod des 27jährigen Ex-Fussballprofis Mario Bigoni bleibt ungeklärt. Die Polizei vermutet einen Unfall, da sie keine Hinweise auf ein Delikt oder einen Suizid gefunden hat. Die Familie des Verstorbenen würde sich Klarheit wünschen.

Jeanette Herzog/Marco Kamber
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Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen an der Leiche von Mario Bigoni sind abgeschlossen. Die St. Galler Polizei kommunizierte gestern die Ergebnisse in einer dürftigen Mitteilung: «Trotz intensivster Abklärungen» könne die Todesursache nicht festgestellt werden. Es liessen sich keine Hinweise auf ein Delikt oder einen Suizid finden. Der frühere Spieler des FC Gossau hatte am 8. Oktober mit Freunden im Gaissauer Schiffsrestaurant Hu Bin gegessen. Dort soll es – wie mehrfach berichtet – zu heftigen Diskussionen gekommen sein. Am 23. Oktober entdeckten Passanten Bigonis Leiche im Alten Rhein.

Wie Bigoni gestorben ist, bleibt ein Rätsel. Fest steht: Als die Gruppe nach dem Essen zu Fuss nach Rheineck ging, blieben Bigoni und sein bester Freund zurück. Was danach geschah, ist unklar. Der Freund leidet angeblich nach wie vor an einem Blackout.

«Der Körper lag 14 Tage im Wasser; da ist es nicht mehr möglich, alle Untersuchungen zu machen», sagt Kapo-Sprecher Hanspeter Eugster. Gerade äusserliche Einwirkungen auf den Körper könnten nicht mehr festgestellt werden. Die Polizei geht nun von einem Unfall aus – obwohl auch dafür keine Hinweise vorliegen. «Alles ist offen; ein Unfall ist aber am wahrscheinlichsten.» Die Abklärungen sind aber nicht abgeschlossen. In welche Richtung und wie lange die Polizei ermittelt, gibt sie nicht bekannt. Am Ende schickt sie einen Schlussbericht an die Staatsanwaltschaft. Die Filme der Überwachungskameras (in Nähe des Grenzübergangs) hat die Polizei ausgewertet – ohne brauchbare Hinweise.

«Wir hofften, dass bei den gerichtsmedizinischen Untersuchungen Genaueres herauskommt», sagt Marios Schwester Antonella Bigoni. «Jetzt sind wir weiter im Ungewissen.» An einen Suizid glaubt die Schwester nicht: «Mario war ein glücklicher Mensch, er hatte keine auswegslosen Probleme, war immer aufgestellt.» Und zum Blackout des Freundes meint sie: «Das muss schlimm sein für ihn, ist aber auch schlimm für uns. Denn er war der letzte, der mit Mario war.»

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