Kolumne
«Wir behandeln nur Schmerz- und Unfallpatienten»: Zahnarzt David Schmid über Mundeingriffe in Coronazeiten

Wir lassen täglich Menschen zu Wort kommen, die in der Coronakrise arbeiten. Der Goldacher Zahnarzt David Schmid-Reuss versorgt in seiner Praxis und am Kantonsspital alle Notfall-Patienten, selbstverständlich mit besonderen Vorsichtsmassnahmen.

Marcel Elsener
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David Schmid, Zahnarzt, Goldach.

David Schmid, Zahnarzt, Goldach.

(Bild: PD)

Selbstverständlich arbeiten wir noch, wenn auch nach Weisung des Kantons stark reduziert. Wir sind ja für unsere Patienten verantwortlich, jedoch dürfen wir nur Schmerz- und Unfallpatienten behandeln. Diese sind verunsichert: Was lässt sich machen, was muss verschoben werden? Umso wichtiger ist die Aufklärung und Triage am Telefon. Die Frage «Sind Sie gesund» bekommt eine andere Bedeutung.

Patienten mit Husten und Fieber schicken wir zum Hausarzt, der bei Verdacht einen Coronatest anordnet. Wenn der Test negativ ausfällt, machen wir sofort einen Termin. Dentalhygiene, Prophylaxe, normale Kontrollen – das alles darf zurzeit nicht sein. Hingegen müssen wunde Stellen, die bluten oder unaufhörlich schmerzen, behandelt werden. Meine Kollegin und ich arbeiten je im Dreierteam mit Dentalassistentin und Lehrtochter. Weil wir generell unter zwei Metern Abstand und länger als 15 Minuten im Mund arbeiten, behandeln wir alle, als wären sie Coronapatienten: Wir tragen Schutzbrille, Handschuhe und Schutzmasken. Dazu haben wir Desinfektionsmittel, Abstandslinien und die Losung «Von der Türe direkt ins Zimmer».

Wir haben keine Angst, aber viel Respekt. An dieser Stelle grossen Dank an die freiwilligen Zahnärzte, die in unseren sechs Notfallregionen je eine Covid-Praxis für positiv getestete Patienten betreiben! Wir sind zusätzlich Zahnärzte des Kantonsspitals und versorgen somit auch dort dringende Anfragen des Spitals.

Aufgezeichnet: Marcel Elsener