Wintersturm «Marielou» sorgt für stürmische Nacht in der Ostschweiz – mehrere Bäume umgefallen

In der Nacht auf Sonntag dürften viele Menschen aus dem Schlaf gerissen worden sein: Starke Winde fegten übers Land und peitschten vielerorts den Regen an die Fensterscheiben. In der Ostschweiz hielten mehrere Bäume den Windböen nicht stand.

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Im Kanton Thurgau sind in der Nacht auf Sonntag mehrere Bäume umgestürzt. (Bild: BRK News)

Im Kanton Thurgau sind in der Nacht auf Sonntag mehrere Bäume umgestürzt. (Bild: BRK News)

(sda/stm) Im Flachland wurden gemäss dem Wetterdienst Meteonews verbreitet Böenspitzen von 80 bis 100 Kilometern pro Stunde gemessen – in Le Bouveret VS am Genfersee gab es Böen mit 111 km/h. Gemäss SRF Meteo brachte in den Bergen ein Orkan Windspitzen bis zu 160 km/h. Bereits in der Nacht auf Samstag bliesen stürmische Winde. Verantwortlich dafür ist das Sturmtief «Marielou».

Ostschweiz: Mehrere Bäume umgestürzt

Die Böen machen auch vor den weihnachtlich geschmückten Gärten und Balkonen nicht Halt. Christbäume und andere Weihnachtsdekorationen könnten daher in Mitleidenschaft gezogen oder zu gefährlichen Gegenständen in der Luft werden, wenn sie nicht gut gesichert sind. Spaziergänge im Wald könnten zudem wegen Ästen, die abbrechen, oder Bäumen, welche entwurzelt werden, gefährlich sein.

In der Ostschweiz mussten Einsatzkräfte in der Nacht und am frühen Morgen mehrfach ausrücken – unter anderem wegen umgestürzter Bäume auf Strassen und Baustellenabschrankungen, die weggeweht wurden. «Bis jetzt gingen zwölf Meldungen ein», sagt Andreas Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau um 9 Uhr. Er gehe jedoch davon aus, dass es noch einige mehr werden würden. «Jetzt stehen die Leute langsam auf und werden bemerken, welche Schäden der Sturm bei ihnen im Garten oder im Quartier verursacht hat.» Drei Mal musste die Feuerwehr bislang wegen umgestürzter Bäume ausrücken: In Sitterdorf und Wittenwil versperrten sie die Strasse und in Kreuzlingen blies der Sturm Äste auf die Strasse.

Die Einsatzkräfte im Kanton St.Gallen haben eine ruhigere Nacht verbracht. Kapo-Mediensprecher Bertrand Hug sagt auf Anfrage, dass Polizei und Feuerwehr erst gegen Morgen einige Male ausrücken mussten. Die Schäden im Kanton seien nach jetzigen Erkenntnissen eher gering, sagt er weiter. Einzig ein umgestürzter Baum in Flawil sorgte für einen grösseren Einsatz. Er fiel auf das Dach eines Hauses und musste von Angehörigen der Feuerwehr Flawil entfernt werden. Dabei entstand Sachschaden in der Höhe von ein paar tausend Franken. Verletzt wurde laut der Kantonspolizei niemand.

In Flawil fiel ein Baum auf das Dach eines Hauses. (Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

In Flawil fiel ein Baum auf das Dach eines Hauses. (Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

«Marielou» bringt Schnee

Die Winde dürften gemäss Meteonews während des Sonntags anhalten und ähnliche Geschwindigkeiten bringen wie in der vergangenen Nacht. Zudem soll mit dem Sturmtief «Marielou» der Winter Einzug halten. MeteoNews prognostiziert, dass die Schneefallgrenze im Tagesverlauf gegen 1000 Meter sinkt. Gemäss SRF Meteo soll sie am Montag bei etwa 500 Metern an.

Zudem soll es nass bleiben. Am Alpennordhang soll es bis am Dienstagmorgen 50 bis 100 Zentimeter, lokal sogar 150 Zentimeter Neuschnee geben.