WINTERSPORT: Schlechtwetter macht erfinderisch

Die Ostschweizer Skigebiete haben diesen Sonntag bei Sonnenschein die Saison beendet. Auf das wechselhafte Wetter im Winter haben einige mit Spezialangeboten reagiert – und das erfolgreich.

Simon Roth
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Im vergangenen Winter führte oftmals nur ein schmaler, weisser Pfad zur Piste. (Bild: Urs Bucher)

Im vergangenen Winter führte oftmals nur ein schmaler, weisser Pfad zur Piste. (Bild: Urs Bucher)

Nicht nur das Wetter bestimmt, ob sich Skifahrer und Snowboarder im Winter auf die Piste begeben. Auch die Bergbahnbetriebe können den Gästezulauf steuern und ihren Profit beeinflussen. Innovativität zahlt sich aus. Dies zeigen Spezialangebote und Attraktionen, mit denen die Skigebiete aufwarten. Zwar können die Betriebe der Region noch keine Daten zu den Gästezahlen liefern, dennoch zeichnen sich nach Saisonschluss Tendenzen ab.

Frühester Saisonstart seit 14 Jahren

Das Skigebiet Flumserberg kann laut Marketingleiterin Katja Rupf ein Umsatzplus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr vorweisen. «Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden», sagt Rupf. Die Zeichen standen von Anfang an gut: Bereits am 12. November eröffnete die Wintersaison bei 70 Zentimeter Neuschnee. Seit 14 Jahren hat die Wintersaison am Flumserberg nicht mehr so früh begonnen. Verschiedene Events wie das Schlagerfestival zögen Leute in die Region, Skifahren bleibe aber die Hauptattraktion, ist Rupf überzeugt.

Mit einem speziellen Tarifangebot holten die Pizol Bahnen erfolgreich neue Gäste ins Skigebiet: Seit Mitte Januar machten sie den Preis für die Tageskarte vom Wetter abhängig. Bis zu 50 Prozent Rabatt lagen laut Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Pizol Bahnen AG, drin. Die vergangene Saison sei trotzdem «nicht wirklich gut» verlaufen. Er macht vor allem die Wetterkapriolen und den schwachen Euro für die wegbleibenden Gäste verantwortlich. Die Nähe zur Grenze verleite dazu, ins Ausland zu gehen. Um die Einflüsse des Wetters einzudämmen, flössen zukünftige Investitionen in Beschneiungsanlagen.

Im Toggenburg habe die Saison mit dem 24. Dezember zwar spät angefangen, dafür sei der Start umso besser gelungen: «Es war der zweitbeste Januar in unserer Geschichte», sagt Jürg Schustereit, Marketingleiter von Skibetrieb Wildhaus. Die Region setze auch auf Veranstaltungsreihen wie Wildhaus live, um Gäste zu sich zu holen. «Gute Schneeverhältnisse bleiben aber die beste Werbung», sagt Schustereit.

Die Kleinen mischen ganz oben mit

Dort wo man am wenigsten einen Skilift erwarten würde, steigen die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr. Auf 626 Metern über Meer befindet sich in Oberwangen mit 750 Metern der längste Skilift des Kantons Thurgau. Paul Koller, Pistenchef in Oberwangen, beschreibt den vergangenen Winter als «kurz und intensiv». Anfang Januar hat er den Skibetrieb aufgenommen, als in der Region weit und breit kein anderer Lift geöffnet war. Über die 23 Tage hinweg habe er 4895 Tageskarten verkauft. «Gut 210 Karten am Tag – das ist ein sehr hoher Durchschnitt», beurteilt Koller die Bilanz. Als kleiner Betrieb müsse man flexibel sein und auf das Wetter spekulieren. Für diese Saison ist jetzt aber Schluss: «Wenn es im Tal grün wird, kommen die Leute nicht mehr zum Skifahren.»