WINTEREINFALL: Gestern war noch Föhn - morgen kommt der Schnee

Gestern war es noch eher warm in der Ostschweiz, doch bald soll es schneien und danach kalt bleiben. Bei Pneu Egger herrscht deshalb momentan Hochbetrieb, und auch die Skigebiete machen sich bereit.

Chris Gilb/Patrick Baumann
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Noch sind die Skilifte in Flumserberg nicht in Betrieb, das könnte sich aber bald ändern. (Bild: Benjamin Manser)

Noch sind die Skilifte in Flumserberg nicht in Betrieb, das könnte sich aber bald ändern. (Bild: Benjamin Manser)

OSTSCHWEIZ. 10 bis 20 Zentimeter soll es laut Meteo-Schweiz-Prognostiker Heinz Maurer dieses Wochenende in der Ostschweiz bis auf eine Höhe von 1500 Meter schneien. Am Sonntag gegen Abend könnte die Schneefallgrenze sogar bis auf 500 Meter sinken. «Gestern war es noch föhnig, doch die Kaltfront kommt», sagt Maurer. Auch in der nächsten Woche soll es eher kalt bleiben und vereinzelt Neuschnee dazukommen. «Das ist nicht der ganz grosse Wintereinbruch, aber es wird zunehmend kälter», sagt Maurer. Kalt war es auch Anfang Oktober schon einmal, laut Meteo war der diesjährige Oktober im Durchschnitt ein Grad zu kalt. Auch wenn die zweite Hälfte des Monats wieder etwas wärmer gewesen sei.

Seit Anfang Oktober werden Reifen gewechselt

Doch die Bilder vom ersten Schnee im Alpstein waren auch ein Grund, wieso dieses Jahr bei der Pneu Egger Filiale in St. Gallen schon früh die Reifen gewechselt wurden. «Wir sind seit Anfang Oktober mit Pneuwechseln ausgelastet, letztes Jahr hat es noch nicht so früh geschneit, da war der Oktober eher ruhiger», sagt Filialleiter Stefan Beerli. Die Autofahrer würden eben ihre Pneus eher dann wechseln, wenn der erste Schnee unmittelbar bevorstünde, statt dies präventiv zu erledigen. Auch die Prognose für die kommenden Tage hätte noch einmal mehrere Personen zum Telefonhörer greifen lassen.

In den Ostschweizer Skigebieten verfolgt man die Wetterprognosen genau. Im Skigebiet Flumserberg etwa gibt es kein festes Datum für den Start der Wintersaison. «Geöffnet wird, wenn genügend Schnee liegt», sagt Katja Rupf, Marketingleiterin der Bergbahnen Flumserberg AG. «Wir öffnen das Skigebiet etappenweise und beginnen mit den Pisten in den höheren Lagen.» Im Gegensatz zu einigen anderen Skigebieten habe Flumserberg den Vorteil, dass die Pisten über Alpweiden und nicht über Geröll führten. «So ist weniger Schnee nötig, um die Pisten befahren zu können.» Doch Rupf rät zur Zurückhaltung mit Prognosen, bezüglich eines langen Winters. Denn auch letztes Jahr habe es Ende November geschneit und dafür danach eine ganze Zeit lang nicht mehr.

Je unberechenbarer der Winter ist, desto wichtiger wird für Skigebiete die Sommersaison. «Der diesjährige Sommer verlief sehr gut, und wir haben die Saison sogar noch bis 1. November verlängert, da das Wetter so gut war.» Die Sommersaison habe grosses Potenzial, alleine schon weil sie viel länger als die Wintersaison sei. Deshalb wurden im Skigebiet Flumserberg auch zusätzliche Angebote für diesen Teil des Jahres geschaffen. Rupf schätzt, dass Ende November genügend Schnee liegen sollte, um in die Wintersaison starten zu können.

50 Jahre lang ausreichend Schnee

Auch Jürg Schustereit, Marketingverantwortlicher der Bergbahnen Wildhaus, rechnet mit einem Saisonstart im gleichen Zeitraum: «Bei günstiger Schneelage beginnen wir am 26. November.» Falls nächste Woche aber genügend Schnee falle und eine längere Kälteperiode prognostiziert sei, könnten Teilgebiete laut Schustereit schon früher öffnen. Die Erfahrung zeige aber, dass solche Witterungsverhältnisse Anfang November eher unrealistisch seien. Auch für schneearme Winter ist das Skigebiet gerüstet: «Wir haben einen ausreichend grossen Speichersee und Möglichkeiten, die Pisten zu beschneien», sagt Schustereit. Sorgen wegen zu wenig Schnee in Zukunft macht er sich indes nicht. «Es gibt mehrere Studien, die besagen, dass die drei grossen St. Galler Skigebiete für die kommenden 50 Jahre relativ schneesicher sind.» Dies hänge damit zusammen, dass sich die Skigebiete an Nordhängen befinden und zudem wegen ihrer Lage am Alpenrand von grossen Niederschlagsmengen profitieren.

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