Winter stoppt Rotkehlchen

FRAUENFELD. Weil es im Norden noch zu kalt ist, bleiben viele Zugvögel in der Ostschweiz, statt weiterzuziehen. Vogelschützer empfehlen, die Tiere weiterhin zu füttern.

Inge Staub
Drucken
Teilen
Rotkehlchen friert im Schnee. (Bild: Daniela Ebinger)

Rotkehlchen friert im Schnee. (Bild: Daniela Ebinger)

«Ich habe vorgestern wieder Vogelfutter gekauft», sagt Regula Wendel. Sie leitet die Geschäftsstelle des Vereins Thurgauer Vogelschutz. In ihrem Garten in Wiezikon versammeln sich derzeit ums Vogelhäuschen Finken, Meisen und Rotkehlchen.

Ein Stau der Zugvögel

Regula Wendel ist nicht die einzige, die den Rotkehlchen begegnet. «Diese Vögel sind derzeit gehäuft in der Ostschweiz zu sehen», sagt sie. Bei Rotkehlchen handle es sich um Teilzieher. Das sind Arten, bei denen nur ein Teil zum Überwintern in den Süden fliegt. Die Rotkehlchen, die im letzten Herbst in Finnland oder in Polen aufgebrochen sind, sind nun auf dem Rückweg in ihre Brutgebiete. «Die erneuten Schneefälle haben ihren Zug gestoppt. Wir haben deshalb bei uns einen Zugvogelstau.» Auch etliche der Zugvögel, die im Herbst die Ostschweiz in Richtung Spanien und Afrika verlassen haben, sind zurück.

Viele Vögel haben bereits angefangen zu brüten. Solange sie genug Futter finden, um die Energie aufzubringen, sich und das Nest zu wärmen, ist das kein Problem. Doch die Suche nach Futter ist erschwert, weil an vielen Orten wieder eine geschlossene Schneedecke liegt. Die Situation sei ungewöhnlich, aber nicht dramatisch, sagt Regula Wendel.

Futter muss trocken bleiben

Die Vögel müssen sich von Samen und Beeren ernähren, sie können nicht auf Raupen und Insekten umstellen. Da sie in manchen Gärten nichts Essbares finden, empfiehlt Regula Wendel, Vögel weiterhin zu füttern. Wichtig sei, dass das Futter nicht nass werde.

Mehr dazu: www.vogelwarte.ch www.vogelschutz-tg.ch

Aktuelle Nachrichten