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WINTER: Der Schnee kommt in die Stadt

Das Wochenende brachte Regen und stürmische Winde. Nach einem Kaltlufteinbruch lässt es Frau Holle nun heute Montag schneien. In St. Gallen wurden bis zu 20 Zentimeter Schnee erwartet.
Hannah Göldi
Der Winter feierte Ende April in St. Gallen seine späte Dernière – oder sein frühes Début: In der Stadt gab’s ein Verkehrschaos. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 28. April 2017))

Der Winter feierte Ende April in St. Gallen seine späte Dernière – oder sein frühes Début: In der Stadt gab’s ein Verkehrschaos. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 28. April 2017))

Hannah Göldi

hannah.goeldi@tagblatt.ch

Die Schneefallgrenze lag am frühen Sonntagmorgen noch auf rund 2000 Metern, sank dann aber am Nachmittag stetig und erreichte in der Nacht auf heute Montag das St. Galler Rheintal sowie die Linthebene. Nach der Kostprobe in der vergangenen Woche in den höheren Gebieten der Ostschweiz schüttet der Winter nun zum Wochenbeginn eine ordentliche Portion Schnee­flocken über der Stadt St. Gallen und den höheren Gebieten der Region aus. Die kalte Polarluft aus dem hohen Norden führt zu einem Temperatursturz von zehn Grad. Mit den Morgentemperaturen um null Grad gibt es heute Schneeflocken bis ins Flachland – im Stau der Ostschweizer Berge führt das zu beachtlichen Neuschneemengen. Mit dem heutigen Début ist der Kältetiefpunkt in dieser Woche aber bereits überstanden. Bis zum Abend sind noch Schneeschauer möglich.

«Wo Schnee gefallen ist, wird er auf der Höhe von St. Gallen ein paar Tage liegen bleiben, am ­Bodensee taut er rasch weg», sagt Jan Eitel von SRF Meteo. «Die Temperaturen steigen Mitte Woche wieder an, am Wochenende wird es wieder etwas kälter.» Grössere Kälte- oder Wärmeeinbrüche seien aber keine zu erwarten. In St. Gallen und Appenzell werden die Temperaturen bis auf maximal fünf Grad Celsius, in der Bodenseeregion bis maximal sieben Grad Celsius steigen.

Wegen des schmelzenden Schnees und der nächtlichen ­Minustemperaturen rechnet Eitel in der ganzen Ostschweiz mit überfrierender Nässe, in erhöhten Lagen mit Schneeglätte.

Doppelter Bremsweg mit Sommerreifen

Besonders heute Montag und morgen Dienstag ist auf den Strassen Vorsicht geboten. «Abgesehen von einer angepassten Fahrgeschwindigkeit sind die ­Beleuchtung und frostfreie Scheiben beim Auto wichtig», sagt ­David Venetz vom Touring Club Schweiz (TCS). Eiskratzer und Überbrückungskabel gehörten während der Wintermonate immer mit an Bord.

Sehr wichtig seien ausserdem die Winterpneus. «Diese sollten eigentlich bereits vor dem ersten Schnee angebracht werden.» Hier gilt die Faustregel «O bis O» – von Oktober bis Ostern. Die Winterpneus seien nicht nur für Schnee, sondern allgemein für das Fahren bei kalten Tempe­raturen besser geeignet. Zum Beispiel haften sie auch bei Bodenfrost besser. Fahrer, die mit Sommerreifen unterwegs sind, gefährden sich laut TCS selbst, vor allem aber auch andere Verkehrsteilnehmer.

In der Schweiz sind die robusteren Reifen zwar nicht obligatorisch. Die Winterpneus sind aber neben der Sicherheit auch bei Forderungen nach Unfällen von Bedeutung – die Versicherungen können Kürzungen geltend machen: Der Bremsweg auf Schnee ist mit Sommerreifen doppelt so lange wie mit Winterreifen.

Lawinengefahr Anfang Woche kritisch

«Wir erwarten sehr viel Schnee», sagt Lawinenprognostiker Lukas Dürr vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos. Bis heute Abend rechne man im Alpstein, oberhalb von 2000 Metern, etwa mit einem Meter Schnee. Ab 1500 Metern werde es etwa die Hälfte sein. «Die ­Lawinensituation ist vor allem Anfang Woche kritisch und nimmt dann langsam ab.» Wer abseits der gesicherten Pisten unterwegs ist, brauche Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr und eine Rettungsausrüstung für den Notfall. Das nötige Wissen eigne man sich am besten in einem Lawinenkurs an. Zudem sollte man sich vor jeder Tour über die aktuelle Lage informieren.

«Wo und wann eine Lawine exakt abgeht, kann man nicht vorhersagen. In der aktuellen Situation sind aber jederzeit auch spontane Lawinen möglich», sagt Dürr. Die gleichen Bedingungen gelten für die Churfirsten.

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