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Will Raab seine Fischfarm abstossen?

Den Kompromiss, den Raab mit dem St. Galler Konkursamt geschlossen haben will, hat es nie gegeben. Warum Raab sich trotzdem in das aussichtslose Unternehmen stürzt, ist unklar. Fachleute glauben, dass er seine Fischfarm verkaufen will.
Urs-Peter Zwingli

oberrieT. Wie kann eine Firma, gegen die ein Konkursverfahren läuft, ihre Produktion wieder aufnehmen? Ganz einfach, sagte Hans Raab, Besitzer der Melander-Farm in Oberriet, am Donnerstag gegenüber Tele Ostschweiz: Er habe einen Kompromiss mit dem St. Galler Konkursamt geschlossen.

Doch Raab hat eiskalt in die Kamera gelogen. Das Konkursamt stellte gestern in einer Medienmitteilung klar, dass es «keine Vereinbarung über die Wiederaufnahme der Fischzucht mit Hans Raab getroffen» habe. Am Morgen trafen zudem Vertreter des Konkursamtes Raab an Ort in Oberriet, um die Sache zu klären.

«Sehr überrascht» sei er über Raabs Falschaussage gewesen, sagt Urs Benz, Leiter des Konkursamtes. Man habe noch am Donnerstagabend Raabs Rechtsanwalt zur Stellungnahme aufgefordert. Diese war bis gestern abend aber nicht beim Amt eingetroffen. Welche Konsequenzen Raab zu erwarten hat, wollte Benz mit Verweis auf das Amtsgeheimnis nicht sagen.

Giger will definitive Lösung

Besuch erhielt die Melander-Farm gestern auch von einem Vertreter des St. Galler Kantonstierarztes Thomas Giger. Vorgefunden hat dieser 200 000 Jungtiere (Raab hatte von 600 000 gesprochen) in gutem Zustand. «Noch nie war es so einfach, in diese Anlage zu kommen», sagt Giger, sichtlich genervt darüber, dass der Fall Raab in eine neue Runde gegangen ist. Er wolle jetzt endlich eine «absolut endgültige Lösung in dieser Geschichte».

Wie diese Lösung aussieht, ist im Moment unklar. «Uns sind vorerst die Hände gebunden», sagt Giger. Was er braucht, um zu handeln, ist eine Stellungnahme des Bundes, der Raabs Tötungsmethode als nicht gesetzeskonform einstuft. Doch auch dann könnte Giger die Farm nicht sofort schliessen lassen, da zuerst ein juristisches Hin und Her mit Raabs Anwälten zu erwarten ist. Er hoffe aber, dass sich die Situation in den nächsten drei bis vier Monaten kläre, so Giger. «Denn je älter die Melander werden, desto schwieriger wird es, sie zu liquidieren.

» Das wäre bei einer Zwangsschliessung die Aufgabe des Veterinäramtes. Was sich Giger auch vorstellen kann, ist, dass die Farm von jemandem übernommen wird, «mit dem man reden kann» – und der auf eine gesetzeskonforme Tötungsmethode (siehe Kasten) setzt.

Sucht Raab einen Käufer?

Denn eigentlich gäbe es Methoden, sagt Heinzpeter Studer vom Tierschutzverein «fair fish».

Dieser hatte Raab bereits im Frühjahr 2009 – als der Streit mit den Behörden aufflackerte – eine norwegische Firma empfohlen, die industrielle Anlagen baut, mit denen Fische mittels Strom getötet werden. Kostenpunkt laut Studer: 250 000 Franken. Eine geradezu läppische Summe, hat der Bau der Melander-Farm doch 40 Millionen Franken verschlungen.

Warum Raab jetzt wieder züchtet, obwohl er das Gesetz gegen sich hat, ist unklar. Sowohl Studer als auch Giger vermuten, dass er die Farm zum Laufen bringen und dann verkaufen wolle. Ob das so ist, bleibt Spekulation: Raab war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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