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WILDWECHSEL: Rotwild kommt herunter in die Täler - die Unfälle häufen sich

Weil sie zu wenig Futter finden, begeben sich die Wildtiere vermehrt in tiefere Lagen. Nachts und in der Dämmerung häufen sich die Unfälle.
Dinah Hauser
Rothirsche überqueren die Hauptstrasse in Gams im Januar 2012. (Bild: PD)

Rothirsche überqueren die Hauptstrasse in Gams im Januar 2012. (Bild: PD)

Derzeit liegt in höheren Lagen viel Schnee. Das Futter für Wildtiere ist dort deshalb knapp geworden. Die Tiere sind nun gezwungen in die Täler zu ziehen, was zu mehr Wildwechsel führt. Wie das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen (ANJF) mitteilt, häufen sich derzeit Verkehrsunfälle mit Rotwild. In zwei Fällen wurde Fahrerflucht begangen. Amtsleiter Dominik Thiel sagt: «Da momentan Futter nur im Tal verfügbar ist, kommt es zu einer hohen Konzentration an Wildtieren. Dies führt dazu, dass Tiere auch an unüblichen und unübersichtlichen Stellen die Fahrbahnen kreuzen». Fütterungen werden keine vorgenommen. «Füttern ist keine Lösung», meint Thiel. Damit könnten nicht alle Tiere erreicht werden, vor allem nicht die schwachen. In früheren Jahren habe man die Tiere gefüttert, die Zahlen belegten jedoch, dass damals im Winter weit mehr Tiere verendet seien.

Störungen vermeiden

Thiel bekräftigt: «Wildtiere sind keine Nutztiere. Sie sind deshalb an die Natur angepasst». Dies bestätigt auch eine Medienmitteilung des ANJF. Darin heisst es unter anderem: «Fortbewegung und Raumnutzung im Winter werden massiv reduziert, ebenso der Stoffwechsel, die Körpertemperatur, der Puls und die Verdauung». Der Energie- und Nahrungsverbrauch der Tiere sei so vermindert. Werden sie nicht gestört und sind die Bestände nicht übermässig hoch, überstehen sie den Winter am besten. Wichtig ist, dass die Tiere im Energiesparmodus bleiben können. Werden sie aufgeschreckt – etwa durch frei laufende Hunde oder Spaziergänger abseits der Wege – verbrauchen sie mehr Energie. Flüchtende Tiere können Unfälle verursachen, wenn sie auf Strassen oder Schienen geraten. In vergangen Jahren waren die Winter viel milder. So konnten sich die Tiere auf grössere Flächen verteilen, was auch zu weniger Unfällen führte. Vor allem in der Region um Bad Ragaz gebe es nun deutlich mehr Unfälle, sagt Thiel. Kommt es zu einem Unfall mit einem Wildtier, so soll man unverzüglich die Warnblinker einschalten und die Polizei unter der Nummer 117 verständigen. Wer allerdings ohne Meldung weiterfährt, macht sich strafbar und die Versicherung übernimmt keine Kosten eventueller Schäden. Es wird geraten, sich dem angefahrenen Tier nicht zu nähern. «Oftmals sind die Tiere nicht tot und können aufgeschreckt werden», sagt Thiel. Der zuständige Wildhüter wird die Situation einschätzen und gegebenenfalls das Tier von seinem Leiden erlösen.

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