Wildschwein mit Walnuss-Salbei-Kruste

Es ist Wildsaison in der «Wirtschaft zur Toggenburg» im Weiler Burgau ob Flawil. Hier steht alles unter Heimatschutz, auch das vierhundert Jahre alte Gasthaus. An einem der letzten schönen Spätsommertage präsentieren sich Haus und Hof von ihrer schönsten Seite.

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Wirtschaft zur Toggenburg in Burgau. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wirtschaft zur Toggenburg in Burgau. (Bild: Hanspeter Schiess)

Es ist Wildsaison in der «Wirtschaft zur Toggenburg» im Weiler Burgau ob Flawil. Hier steht alles unter Heimatschutz, auch das vierhundert Jahre alte Gasthaus. An einem der letzten schönen Spätsommertage präsentieren sich Haus und Hof von ihrer schönsten Seite. Den Apéro können wir noch im Freien, in einer Ecke des Hofs, geniessen, wo sich auch müde Wanderer und Velofahrer einfinden – Burgau liegt am Wanderweg Weissbachschlucht–Degersheim und am Veloweg Gossau–Flawil.

Von Bratwurst bis Rindsfilet

Charles Locher, der das Haus vor sechs Jahren kaufte und umbaute, ist Hobbywirt, ein «Quereinsteiger», wie er sagt, und «leidenschaftlicher Hobbykoch». Sein Restaurant jedoch ist professionell geführt. Sein Leitbild sei «eine ausgewogene Karte», auf der sich neben Olma-Bratwurst und Fleischkäse mit Spiegelei (14.50), auch Spezialitäten aus der Region finden: Rindfleisch aus der Schweiz, Fische aus dem Bodensee, Wild aus Wäldern der Umgebung. Unter den fünf täglichen Mittagsmenus (15.50 bis 30.–) findet sich auch immer ein vegetarisches Gericht. Hausspezialität ist Rindsfilet in verschiedenen Variationen (41.50 bis 47.50), handgeschnittenes Beefsteak-Tatar (22.50), aber auch Pferdefiletmedaillons (37.50) und Lammrückenfilet (34.50). In der «Toggenburg» gibt es ein breites Angebot an Weinen mittlerer Preislage; offen wird etwa Jeninser, Rioja und Amarone verkauft, für 4.– bis 7.– je Deziliter.

Die Wirtsstube mit der niedrigen Decke, dem Holztäfer und der Fensterfront, die viel Licht hereinlässt, ist festlich dekoriert – zu dieser Jahreszeit mit leuchtenden Sonnenblumen. Darum ist Wirtin Doris Locher liebevoll besorgt.

Wir halten uns an die Wildkarte. Darauf steht derzeit Wildsau, die aus dem Thurgau und zum Teil aus der heimischen Jagd um Burgau kommt. Das zarte, aber kräftige Fleisch des Wildschweins ist in der «Toggenburg» in zahlreichen Varianten zu finden, vom Geschnetzelten über Pfeffer und Schnitzel bis zum Filet (23.50 bis 35.50).

Kürbis und Waldbeeren

Dazu gehören Beilagen wie Steinpilze und Eierschwämme, Marroni, Preiselbeeren Rotkraut und Weinapfel. Wir wählen Wildschweinkoteletts mit Pilzfüllung auf Pfeffer-Pflaumen-Sauce mit Kürbisratatouille sowie Wildschweinrücken mit einer Walnuss-Salbei-Kruste auf Blaubeer-Birnen-Jus. Beilagen und Saucen sind geschmacklich gut ausgewogen mit einer leicht süss-sauren Note, die gut zum Wildschwein passt.

Auch Vorspeisen und Desserts sind herbstlich. Die Kürbiscrèmesuppe mit Waldbeerenschaum (8.50), die farblich schöne Randenschaumsuppe mit Meerrettich und Wildkräutercrêpes (8.–) oder der Kürbis-Apfel-Salat (9.50) und der Weidmannssalat mit gebratenen Pilzen.

Und nach der sommerlichen Glacezeit geniesst man zum Dessert gern Köstlichkeiten wie Waldbeerensabayon mit Biberfladenparfait (10.50), warme Zwetschgen mit Zimtglace (9.50) oder Vermicelles mit Kirsch (8.50).

Danach ist ein Ortswechsel angesagt, etwa über den Hof in die Schürlibar – eine umgebaute Scheune, architektonisch eine gute Mischung aus Heuboden und Designerbistro.

Unser Eindruck: Ein Restaurant für jede Jahreszeit und jede Gelegenheit. Einheimische Spezialitäten werden mit viel Phantasie zubereitet. (eb)

VISITENKARTE


Doris & Charles Locher, Tel. 071 393 12 82,
Fax: 071 393 40 14,
wirtschaftzurtoggenburg@bluewin.ch
Öffnungszeiten: So ab 22 sowie Mo und Di geschlossen
Karte: Vom Währschaften bis zu Spezialitäten wie Rindsfilet oder Wild (Hauptspeisen 14.50 bis 47.50); Mittagsmenus (15.50 bis 30.–)
Besonderes: Schürlibar (Mi– Sa ab 18.30 Uhr), Gartenrestaurant im Hof, Säli

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