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Wildhauser sind mit ihrer neuen Bahn auf der Zielgeraden

Die Bergbahnen Wildhaus wollen im Frühling mit dem Bau ihres neuen Sechsersessellifts starten. Noch fehlen drei Millionen.
Regula Weik
Seit bald fünf Jahren beschäftigen sich die Verantwortlichen der Bergbahnen Wildhaus bereits mit dem Projekt eines neuen Sechsersessellifts. (Bild: Urs Bucher)

Seit bald fünf Jahren beschäftigen sich die Verantwortlichen der Bergbahnen Wildhaus bereits mit dem Projekt eines neuen Sechsersessellifts. (Bild: Urs Bucher)

Jack Rhyner gibt nicht so schnell auf. So wundert nicht, dass der Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG bis zuletzt gehofft hatte, dass er an der Generalversammlung von heute Samstagmorgen mit der freudigen Botschaft vor die Aktionärinnen und Aktionäre treten kann: «Wir haben das Geld beisammen. Wir können mit der neuen Bahn loslegen.» Doch es kam anders. Nicht zum ersten Mal. Rhyners Kampfeswille war in den vergangenen Monaten öfter auf die Probe gestellt worden.

Seit bald fünf Jahren beschäftigen sich die Verantwortlichen der Bergbahnen Wildhaus bereits mit dem Projekt eines neuen Sechsersessellifts. Immer wieder erlitten sie Rückschläge. Mehrmals musste der Baustart verschoben werden – wegen des lieben Geldes. Fünf Millionen hatten sich die Wildhauser vom Bund erhofft und beim Kanton um ein Investitionshilfedarlehen nachgesucht. Doch das Volkswirtschaftsdepartement erklärte ihnen unmissverständlich: Solange die Zukunft des gemeinsamen Wintertickets nicht gesichert ist, fliesst kein Geld.

Über vier Millionen eigene Mittel

Der Streit der beiden Bergbahnunternehmen im Obertoggenburg dauert inzwischen fast schon episch lang. Ein Ende ist nicht in Sicht. Und damit für die Wildhauser auch kein Geld des Kantons. So haben sie vor Jahresfrist die Suche nach privaten Investoren verstärkt. Im Wissen, dass es kein einfaches Unterfangen sein würde.

«Wir sind auf der Zielgeraden», sagt Rhyner. «Wir werden alles daran setzen, um die Finanzierung sicherzustellen und unsere Pläne realisieren zu können.»

Die geplanten Investitionen belaufen sich auf 11,6 Millionen Franken. Das ursprüngliche Projekt – die Rede war von 15 Millionen Franken – wurde etwas abgespeckt, die Beschneiung weiterer Pistenabschnitte zurückgestellt. Auf die Frage, wie viel Eigenmittel das Unternehmen ins Bauvorhaben steckt, antwortet Rhyner: «4,2 Millionen, so viel haben wir flüssig.» Weitere 4 Millionen seien Darlehen – «1 Million von einer ersten Bank, 1 Million von einem treuen, langjährigen Aktionär und 2 Millionen von persönlichen Freunden von mir», so Rhyner.

Noch im Herbst muss Bahn bestellt werden

Allzu viel Zeit bleibt nicht mehr, um die derzeit noch fehlenden 3,4 Millionen Franken zusammen zu bekommen. Der Baustart soll nach wie vor nächsten Frühling erfolgen. «Spätestens Ende Oktober müssen wir die Bahn beim Hersteller bestellen», sagt Rhyner. Falls es bis dahin mit der Finanzierung nicht klappt – «ja dann wird es knapp für den heutigen Fahrplan». Doch daran mag Rhyner derzeit noch nicht denken. «Es laufen Gespräche mit möglichen Finanzierungspartnern.»

Die Bewilligungen für den neuen Sechsersessellift liegen schon länger auf dem Tisch:

«Wir bauen unser Gebiet nicht aus. Wir verschandeln nicht mehr Landschaft», sagt Rhyner klar und deutlich.

«Der neue Sessellift ist ein Ersatz. Wir brechen im Gegenzug vier alte Lifte ab.»

Der Verwaltungsratspräsident rechnet mit einer Bauzeit von einem halben Jahr. So, dass die neue Bahn in einem Jahr eingeweiht und auf die Wintersaison 2020/21 voll in Betrieb gehen kann – vorausgesetzt, die Finanzierungslücke kann geschlossen werden.

Rhyner empfindet Angebot als «erpresserisch»

Bleibt die Frage, die Wintersportler vor der kommenden Skisaison am drängendsten interessiert: Gibt es wieder ein Ticket für das gesamte Gebiet zwischen Wildhaus und Alt St.Johann? «Stand heute ist: Wir haben kein regionales Ticket mehr, nur noch ein lokales», sagt Rhyner und fügt gleich an: «Unser Vorschlag liegt auf dem Tisch.» Dieser lautet: Es soll künftig nebst den lokalen Skipässen auch ein gemeinsames regionales Winterticket angeboten werden.

Keine Überraschungen an der Generalversammlung

An der Generalversammlung am Samstagmorgen waren 390 Personen anwesend. Alle Traktanden wurden verabschiedet.
Verwaltungsratspräsident Jack Rhyner sagte an der Versammlung: «Das duale Ticketsystem würde die Region zufrieden stellen und wäre ein Akt der Vernunft.» (she)

Die Ideen der Konkurrentin am Berg, der Toggenburg Bergbahnen AG, sind andere. Sie hat den Wildhausern ein Aktientauschangebot gemacht; die Frist läuft noch bis Ende Monat. Den Avancen dürfte kaum Erfolg beschieden sein. Jurist Rhyner empfindet sie als «erpresserisch». Eine Einigung der beiden Unternehmen ist so fern wie eh und je. «Unser Angebot bleibt aufrecht», sagt Rhyner. Es tönt eher nach Durchhalteparole denn nach Zuversicht.

Darauf angesprochen, sagt der Wildhauser Verwaltungsratspräsident denn auch: «Die Situation ist äusserst anspruchsvoll und bedarf noch grosser Anstrengungen.» Und so ist weiter offen, ob sich Wintersportler diesen Winter für das eine oder das andere Skigebiet am Fusse der Churfirsten entscheiden müssen.

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