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Kommentar

Wildhauser Kombiticket: Eine Verzweiflungstat wird als Innovation verkauft

Die Bergbahnen Wildhaus bieten künftig ein Kombi-Abo an. Aber nicht mit dem benachbarten Skigebiet am gleichen Berg, sondern mit dem 45 Autominuten entfernten Grüsch-Danusa.
Andri Rostetter
Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Der Schweizer Wintertourismus hat eine erfreuliche Saison hinter sich. Zum zweiten Mal in Folge sind Gästezahlen und Transportumsatz gestiegen. Mehr als ein Lichtblick ist das allerdings nicht. Das Gästeaufkommen auf den Pisten ist seit Jahren rückläufig, etliche Bergbahnen kämpfen um ihre Existenz.

Im Toggenburg ist die Situation besonders prekär. Zum einen gehört das Tal nicht zu den touristischen Topdestinationen. Der Markt ist hart umkämpft, kleinere Gebiete mit beschränktem Angebot haben meist das Nachsehen. Zum anderen schwelt am Chäserrugg seit Jahren ein absurder Streit.

Am Berg gibt es zwei Bergbahnen, die beide um ihre Existenz ringen, aber partout keinen gemeinsamen Nenner finden wollen. Die Lage ist derart verkachelt, dass sogar der Bund seine Vermittlerrolle aufgegeben hat. Auch der Kanton hat den Bettel hingeworfen. Der Tenor: Zuerst müssen sich die Bergbahn-Betreiber einigen, vorher gibt es keine (Finanz-)Hilfe.

Jetzt versuchen es die Wildhauser mit einer neuen Lösung: Ab der kommenden Wintersaison gibt es ein neues Kombi-Ticket. Aber nicht etwa mit dem Nachbar-Gebiet, sondern mit Grüsch-Danusa im Prättigau. Wer in Wildhaus eine Saisonkarte kauft, kann damit künftig auch im Bündner Partnergebiet fahren. Dazu gibt es noch einen Gratis-Eintritt fürs Thurgauer Connyland.

Kombitickets haben einen einzigen Zweck: Sie sollen mehr Publikum anlocken. Ob das mit dem neuen Wildhauser Konstrukt funktioniert, ist höchst fragwürdig. Sicher gibt es Wintersportler, die gern einmal ein anderes Gebiet besuchen. Aber eine Saisonkarte für zwei Gebiete, die – bei optimalen Verkehrsbedingungen – 45 Autominuten auseinanderliegen, ist kein Angebot, das wirklich Mehrwert bietet.

Den Wildhausern wäre mehr Publikum zu gönnen. Die Betreiber tun alles, um das Überleben ihres Skigebiets zu sichern. Bei der jüngsten Aktion wird man aber den Eindruck nicht los, dass hier eine Verzweiflungstat als Innovation verkauft wird.

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