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Wildhauser machen Avancen im Bergbahnstreit

Im Streit der beiden Bergbahnunternehmen im Toggenburg bewegt sich etwas. Den Wildhausern läuft die Zeit für ihr Ausbauprojekt davon. Nun machen sie einen Schritt auf die Konkurrenz zu.
Regula Weik
Die Luftseilbahn Iltios-Chäserrugg, deren Betrieb durch die Toggenburg Bergbahnen AG gewährleistet wird. (Bild: Urs Bucher)

Die Luftseilbahn Iltios-Chäserrugg, deren Betrieb durch die Toggenburg Bergbahnen AG gewährleistet wird. (Bild: Urs Bucher)

Der Bergsommer ist so richtig am Durchstarten. Die Bergbahnen kommen in Fahrt. Und auch in den Streit der beiden Toggenburger Bergbahnunternehmen scheint Bewegung zu kommen. Dies, nachdem es die vergangenen Monate gespenstisch ruhig gewesen war. Die Einladung tönt unspektakulär: «Medieninfo der Bergbahnen Wildhaus AG». Doch der noch immer ungelöste Streit der beiden Unternehmen, das gefährdete gemeinsame Winterticket, die blockierten Bundesgelder für das Ausbauprojekt in Wildhaus – dies wie auch der Einladungsort bieten Raum für Mutmassungen. Die Information erfolgt nämlich im Büro «Rhyner Lippuner Bertschinger», Rechtsanwälte und öffentliche Notare, in Buchs. Also am Arbeitsplatz von Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG.

Das letzte Treffen der Streitparteien hatte im Mai stattgefunden – in Bern. Gastgeber war der Bund, das Staatssekretariat für Wirtschaft. An den Tisch geladen waren Vertreter der Bergbahnen Wildhaus AG, der Toggenburg Bergbahnen AG und des Kantons. Das Ziel der Aussprache: «Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit im Toggenburg auszuloten». Nach dem Treffen hiess es bei allen Beteiligten: «Kein Kommentar». Bei derart viel Verschwiegenheit lag die Vermutung nahe: Das Ziel wurde nicht erreicht – und dürfte es auch heute nicht sein. Wären sich Bahnen und Kanton näher gekommen und wollten sie dies kommunizieren, fände der Anlass am Freitag wohl auf «neutralem» Boden statt.

Verzögert sich Ausbau weiter?

Für die Wildhauser steht einiges auf dem Spiel. Sie mussten ihr Ausbauprojekt bereits um ein Jahr verschieben – wegen der blockierten Bundesgelder. Einigen sich die beiden Bahnunternehmen nicht in absehbarer Zeit, dürfte auch der neue Baustart im Frühling 2019 wackeln. Hat die Bergbahnen Wildhaus AG nicht bald die Gewissheit, dass die ­Regierung die fünf Millionen freigibt, müsste sie ihre Aktionäre an der nächsten Generalversammlung im Frühherbst wohl über eine weitere Verzögerung der Baupläne informieren. Die Regierung hält die fünf Millionen Fördergelder aus der ­Neuen Regionalpolitik ­zurück. Sie verlangt, die beiden Toggenburger Bahnunternehmen müssten zusammenarbeiten und auch künftig ein gemeinsames Winterticket anbieten; dieses ist nur noch für die kommende Saison gesichert.

Das gemeinsame Winter­ticket können die Wildhauser ­alleine nicht «garantieren». Sie könnten der Toggenburg Bergbahnen AG aber einen Vorschlag für die künftige Verteilung der Einnahmen aus dem gemeinsamen Tarifpool machen. Den Tarifverbund hatte die Toggenburg Bergbahnen AG nämlich wiederholt kritisiert; sie profitiere zu ­wenig davon und habe es satt, die Bahnen in Wildhaus länger «querzusubventionieren». Allein die Sesselbahn Oberdorf-Gams­alp zocke 30 Prozent der Einnahmen aus dem Tarifpool ab.

Jack Rhyner, Wildhauser Verwaltungsratspräsident und Gastgeber des Informationsanlasses vom Freitag, mag sich zu Spekulationen nicht äussern. Doch dann spricht er von einem «Vorschlag zur Güte». Will heissen: Er dürfte der Toggenburg Bergbahnen AG wohl einen Vorschlag unterbreiten – nimmt ihn jene an, kann sich Rhyner künftig Retter der Zusammenarbeit und des Wintertickets nennen und, aktuell für ihn wohl wichtiger, Hoffnungen auf die blockierten Millionen machen.

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