Wasserauen
«Er hat eine riesige Sauerei vor meiner Haustüre angerichtet»: Waschbär wütet in einem Treppenhaus und wird erschossen

Ein Waschbär verirrte sich in ein Treppenhaus in Wasserauen. Der Wildhüter konnte den pelzigen Räuber einfangen – und hat ihn auf der Strasse erschossen.

Raphael Rohner
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Ein neugieriger Waschbär war in Wasserauen und wurde schliesslich erschossen.

Ein neugieriger Waschbär war in Wasserauen und wurde schliesslich erschossen.

Bild: Bruno Kissling

Durch ein Katzentürchen sei der Waschbär wohl ins Treppenhaus gekommen, sagt ein Mann aus Wasserauen, gegenüber dem Regionaljournal von «SRF»: «Der Waschbär hat eine riesige Sauerei vor meiner Haustüre angerichtet und sich über altes Brot hergemacht, das ich dort gelagert habe.» Das Raubtier habe geknurrt und Weinflaschen umgeworfen. Als er auf das Tier zugegangen sei, habe sich das Bärchen verkrochen. Schliesslich habe er den Wildhüter informiert.

Keine Masseneinwanderung von Waschbären

In der Ostschweiz kommt es immer wieder zu Begegnungen mit Waschbären, die aus dem süddeutschen Raum in die Schweiz wandern. Erst im vergangenen November wurde ein Waschbär im Toggenburg entdeckt – überfahren auf der Strasse bei Ebnat-Kappel. Die Kleinbären stammen ursprünglich aus Amerika und sind in der Schweiz zum Abschuss freigegeben, da man eine Ansiedelung der Tiere verhindern will. Zwar sind Sichtungen in de Ostschweiz selten, doch werden immer wieder Waschbären gesichtet. Experten gehen davon aus, dass die Tiere vereinzelt in die Schweiz einwandern.

«Tragisch für den Waschbären – unumgänglich für die hiesigen Tiere»

Das Tier wurde schliesslich durch einen Jagdaufseher eingefangen und erlegt. Für den Jagdaufseher war die Begegnung mit dem Waschbären aussergewöhnlich: «Wir haben uns vor einigen Jahren schon darauf vorbereitet, dass Waschbären ins Appenzellerland gelangen könnten, haben das also richtigerweise vorhergesehen. Doch dass gerade jetzt einer hier auftaucht war trotzdem eine kleine Überraschung.»

Waschbären seien eine Bedrohung für das hiesige Ökosystem bzw. für einzelne einheimische Arten und werden darum zum Abschuss freigegeben: «Es mag tragisch wirken für das einzelne Tier, dass wir es einfach schiessen, doch muss man die Sache auf einer höheren Ebene sehen: Wir schützen damit unsere Natur und die Tiere, für die der gebietsfremde Waschbär eine Bedrohung darstellt.»

Wer einen Waschbären sichtet, soll sich umgehend bei der lokalen Wildhut melden und die Sichtung möglichst gut dokumentieren. In der Schweiz werden sämtliche solchen Beobachtungen in einem zentralen Register erfasst und gemeldet. Auf der Karte des schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna sind an der Grenze zu Deutschland vermehrt Waschbären eingetragen:

Waschbärsichtungen Ostschweiz: (rot = ab 2000, orange = vor 2000)

Waschbärsichtungen Ostschweiz: (rot = ab 2000, orange = vor 2000)

(Screenshot: infofauna)
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